Polizei bringt Moria-Flüchtlinge in neues Zeltlager

Die griechische Polizei hat am Donnerstag damit begonnen, nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria Hunderte Migranten in ein neues Zeltlager auf der Insel Lesbos zu bringen. Die Aktion diene dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, betonte die Polizei. Beamte sagten, dass einige der Migranten zögerten, in das neue Lager umzuziehen. Sie hoffen darauf, die Insel verlassen zu können.

Insgesamt hatten in dem völlig überfüllten und dann bei dem Brand vergangene Woche zerstörten Lager nach griechischen Angaben etwa 12.000 Migranten gelebt. Seither müssen sie ohne Unterkunft und angemessene sanitäre Einrichtungen auskommen. Die Regierung in Athen geht davon aus, dass die Überführung in das neue Lager innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden kann.

„Wir müssen die Menschen in das neue Lager holen - wenn sie auf der Straße ausharren, ist das eine Bombe in Sachen Hygiene“, sagte der Chef der griechischen Gesundheitsbehörde (EODY), Panagiotis Arkoumaneas, Donnerstag früh dem griechischen Radiosender Skai. Im Einsatz seien rund 170 Beamte. In das neue Zeltlager Kara Tepe sind bisher rund 2.000 Menschen eingezogen.

Angesichts der Verschlechterung der Wetterlage hofft das spanische NGO-Schiff „Open Arms“ auf einen Landehafen für 275 Migranten auf Sizilien. Die maltesischen Behörden hatten dem Schiff keine Landegenehmigung in La Valletta erteilt, was unter den Migranten an Bord, die seit Tagen auf See sind, Spannungen ausgelöst hatte. Daraufhin war das Schiff der spanischen NGO „Proactiva Open Arms“ in Richtung Sizilien aufgebrochen.

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21.178 Migranten sind seit Jahresbeginn nach Seefahrten in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 6.236.


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