Viertel aller Autounfälle in den ersten drei Fahrminuten

Ein Viertel aller Autounfälle passiert einer Studie zufolge in den ersten drei Fahrminuten, weitere 14 Prozent binnen sechs Minuten nach Fahrbeginn. „Könnte man Menschen also ermutigen, bei kurzen Distanzen auf das Auto zu verzichten, ließen sich bis zu 40 Prozent aller Unfälle vermeiden“, sagte Katharina Sallinger vom heimischen Telematik-Anbieter Dolphin Technologies.

Das in Wien ansässige Unternehmen, das Telematik-Lösungen für Versicherungen anbietet, wertete das Verhalten von 40.000 Autofahrern über zwei Jahre (2018 und 2019) aus, um Ursachen von fast 2.000 Verkehrsunfällen zu erforschen. Speziell wurde untersucht, welche Dauer Autofahrten haben und wie diese mit der Wahrscheinlichkeit eines Unfalls korreliert.

Die meisten Fahrten (87 Prozent) dauern weniger als 30 Minuten, nur ein Prozent länger als eine Stunde, so das Ergebnis. Das geringste Unfallrisiko gab es relativ gesehen bei Fahrten zwischen zehn und 20 Minuten. Danach steige es überproportional stark an. Sitzt man mehr als 40 Minuten im Auto, sei das Risiko bereits zweieinhalb Mal so hoch. Die genauere Betrachtung von Kurzfahrten unter zehn Minuten zeigte aber die andere Seite der Medaille: 25 Prozent aller Unfälle ereigneten sich während der ersten drei Fahrminuten, weitere 14 Prozent innerhalb der ersten sechs Minuten.

Die Empfehlungen, die Studienleiterin Sallinger aus den Daten ableitet, lauten: Kurztrips falls möglich vermeiden, bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen einhalten und vor allem während der Autofahrt auf das Handy verzichten. „26 Prozent der Unfälle passieren dadurch“, warnte sie.

Unfallursachen seien oft falsche Entscheidungen und fehlende Information, berichtete Firmenchef Harald Trautsch. „Man fährt müde, betrunken, nutzt während der Fahrt das Handy. Oder man weiß nicht, dass auf der Fahrstrecke extreme Witterungsverhältnisse wie zum Beispiel Glatteis herrschen.“


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