Migranten gehen in großen Gruppen ins neue Lager von Lesbos

Ein Sonderkommando der griechischen Polizei, darunter 70 Frauen, versucht seit Donnerstag allen voran Familien zu überreden, ins Zeltlager zu gehen. Bisher laufe die Aktion gut, sagte ein Polizeioffizier im Rundfunksender Skai. Wenn diese Phase mit den Familien vollendet ist, soll die Bereitschaftspolizei auch die Migranten aufsuchen, die sich vehement weigern, ins Lager zu gehen. Mit Flugblättern wurden alle informiert, dass der einzige Weg aus Lesbos über ein Asylverfahren führe. Und das gebe es nur, wenn man ins Zeltlager geht.

Nach Informationen aus Polizeiquellen werde die schwierigste Phase der Unterbringung der Migranten, die noch außerhalb des Lagers leben, in den kommenden Tagen eintreten. Es gebe nämlich rund 1500 radikale Migranten, die sich auf den Hügeln der Insel versteckt halten. Die Asylanträge der meisten dieser Menschen sind abgelehnt worden. Sie sehen aber die chaotischen Zustände nach dem Brand des Lagers von Moria als eine letzte Chance, doch noch aus humanitären Gründen zum Festland gebracht zu werden. Die Polizei hat deswegen starke Einheiten auf Lesbos gebracht.

Bisher wurden nach Angaben des Migrationsministers Notis Mitarakis 135 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet. Sie wurden im Zeltlager isoliert. Humanitäre Organisationen bemängeln, es gebe nicht ausreichende Gesundheitsfürsorge im Lager. Dies dementierte die Regierung in Athen.


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