Aktive Corona-Fälle steigen in Österreich deutlich

808 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 sind in Österreich in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden. Deutlich im Steigen begriffen ist die Anzahl der aktiven Fälle - mit 7.447 hat sich dieser Wert innerhalb von drei Tagen um 1.253 erhöht. Auch die Hospitalisierungen nehmen zu. Am Freitag befanden sich bundesweit 334 Betroffene in einem Spital. Das waren um 15 mehr als am Vortag.

An den Schulen gab es in den ersten beiden Wochen des Unterrichtsjahrs 455 Corona-Fälle. 372 davon betrafen Schüler, 58 Lehrkräfte und 25 Verwaltungsbedienstete. Dazu kommen noch rund 3.600 Verdachtsfälle. Die meisten bestätigten Infektionen gab es in Wien, wo 198 Schüler, 15 Lehrer und 17 Verwaltungsangestellte positiv getestet wurden.

Intensivmedizinisch mussten österreichweit 62 Patienten versorgt werden, um sieben mehr als am Donnerstag. Innerhalb einer Woche entsprach das - von einem geringen Niveau ausgehend - einem Zuwachs von 51 Prozent, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) besorgt feststellte: „Wir befinden uns jetzt an einer Weggabelung. Entweder wir schaffen es, durch eine konsequente Umsetzung der neuen Maßnahmen die Entwicklung stabil zu halten oder es droht bis Ende September der Wechsel in eine exponentielle Entwicklung.“

Zugleich gab sich Anschober zuversichtlich, dass letzteres abgewendet werden kann, „denn es scheint jetzt nach dem Weckruf durch die Ampelschaltungen und die Entwicklung der Zahlen ein Ruck durch die Bevölkerung zu gehen“. Die mit Wochenbeginn in Kraft getretene weitreichende Maskenpflicht werde „außerordentlich gut eingehalten. Das erinnert an das hohe Verantwortungsgefühl der Bevölkerung im Frühling“, konstatierte der Gesundheitsminister.

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Anschober zeigte sich überzeugt, dass auch die von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Maßnahmen, die ab kommendem Montag zu beachten sind, von der Bevölkerung „akzeptiert und umgesetzt werden. Wenn das gelingt, haben wir eine gute Chance, die Entwicklung wieder zu stabilisieren.“ Derzeit sei die Entwicklung jedoch „eine besorgniserregende.“

Was die Neuinfektionen betrifft, entfielen am Freitag 341 auf die Bundeshauptstadt - ein Minus von 25 gegenüber dem Vortag. Einen beachtlichen Zuwachs gab es mit 159 gegenüber 100 am Donnerstag in Niederösterreich. Aus der Steiermark wurden 85 neue Fälle gemeldet, aus Tirol und der Steiermark 75 bzw. 71. 28 Neuinfektionen verzeichnete Vorarlberg, 23 Salzburg, 18 das Burgenland. Lediglich acht Neuinfektionen wurden in Kärnten registriert.

Bundesweit wurden binnen 24 Stunden beachtliche 18.854 durchgeführte Tests eingemeldet - „eine Rekordzahl“, wie Minister Anschober betonte. Davon entfielen 6.929 auf Wien. Mehr als vier Mal so viele Tests wie am Vortag wurden aus Kärnten ins Epidemiologische Melderegister (EMS) eingetragen. Mit 2.394 Tests lag man am Freitag im Bundesländer-Ranking damit nach der Bundeshauptstadt sogar auf Platz zwei vor Tirol (2.210), der Steiermark (1.957) und Oberösterreich (1.643). Deutlich mehr Tests als zuletzt lieferten auch Vorarlberg (1.326) und das Burgenland (1.039), die ihre Meldungen gegenüber dem Vortag jeweils fast verdoppelten. Einen satten Ausreißer nach unten gab es demgegenüber in Niederösterreich mit 891. Weiterhin auf vergleichsweise mäßigem Niveau wird in Salzburg getestet (465).


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