Libyscher General Haftar verkündet Ende der Ölblockade

Der einflussreiche libysche General Khalifa Haftar hat das Ende einer vor acht Monaten begonnenen Blockade der Ölausfuhr verkündet. Es sei beschlossen worden, den Export wieder aufzunehmen, sagte Haftar am Freitag in einer Fernsehansprache. Bedingung dafür sei, dass die Einnahmen gerecht verteilt würden. Sie dürften nicht zur „Unterstützung von Terror“ eingesetzt oder geplündert werden.

Haftar und seine Truppen kämpfen im libyschen Bürgerkrieg gegen die international anerkannte Regierung von Fayez al-Sarraj und dessen Verbündete. Anhänger des Generals hatten im Jänner eine Blockade der Ölproduktion begonnen. Damit wollten sie Druck auf die Regierung in Tripolis ausüben. Der Stopp der Ölproduktion brachte das Krisenland um Milliardeneinnahmen, von denen seine Wirtschaft abhängt.

Haftars Widersacher Sarraj hatte am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt. Er wolle sein Amt spätestens Ende Oktober an einen Nachfolger übergeben. Die Vereinten Nationen und Deutschland planen für Anfang nächsten Monat ein neues Gipfeltreffen zu Libyen.

Haftar hatte seiner selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis befohlen. Sarrajs Verbündete konnten seinen Vormarsch jedoch mit türkischer Hilfe stoppen. Die wichtigsten Ölvorräte des Landes werden aber weiter von Haftars Verbündeten kontrolliert. Der Regierungschef und der Sprecher des mit Haftar verbündeten Parlaments im Osten Libyens erklärten im August eine Waffenruhe. Haftar selbst sah darin ein Manöver.

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Der Bürgerkrieg hatte 2011 nach dem Tod von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi begonnen. Befeuert wird er von außen. Während Sarraj von der Türkei unterstützt wird, hat Haftar Hilfe aus Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Russland erhalten.


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