Gut zu wissen: Diese verschärften Corona-Regeln gelten in Österreich

Am Montag traten neue Verschärfungen der Corona-Regeln in Kraft. Die Pflicht zum Tragen der Maske wird deutlich ausgeweitet. Für Veranstaltungen gelten strenge Regeln.

Die Maskenpflicht wird ab heute wieder ausgeweitet.
© AFP/Gillenea

Wien – Schon der Titel der neuen Vorgaben für den Umgang mit der Corona-Krise zeigt, was sich ändert: Galt bisher die „Covid-19-Lockerungsverordnung“, heißt diese ab heute „Covid-19-Maßnahmenverordnung“. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und die Bundesregierung verschärfen als Reaktion auf die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen die Corona-Verhaltensregeln. Betroffen sind viele Bereiche – in vielen gilt, dass die Maske zur Regel wird. Diese neuen Regeln sind ab heute einzuhalten:

😷 Maske

Erst seit wenigen Tagen ist die Maske wieder im gesamten Handel Pflicht. Nun folgt die nächste Verschärfung: Der Mund-Nasen-Schutz ist nicht nur in Geschäften verpflichtend zu tragen, sondern auch zwischen den Shops in Einkaufszentren. Auch auf Märkten gilt ab heute die Maskenpflicht, dort auch im Freien.

📽 Video | „Diese verschärften Regeln gelten ab heute“

🍻Gastronomie

Auch Kunden müssen in Gasthäusern und Restaurants nunmehr Masken anlegen, wenn sie von ihrem Platz aufstehen. Neu ist eine Beschränkung von Gruppen auf höchstens zehn Personen plus Kinder. Die Sperrstunde 1 Uhr gilt nunmehr auch für geschlossene Veranstaltungen in Klubs und Lokalen. Damit fällt ein Schlupfloch weg, das zuletzt für viel Kritik gesorgt hat.

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Auch in der Gastronomie gelten verschärfte Vorschriften.
© DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP

🧑‍🤝‍🧑 Veranstaltungen und Freizeit

Bei mehr als 250 Teilnehmern ist ab heute die Bewilligung durch die Bezirksverwaltungsbehörde vorgeschrieben. Bisher galten großzügigere Grenzen, nämlich 500 Personen indoor und 750 Personen outdoor.

Indoor-Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze sind nunmehr aber unabhängig davon auf zehn Personen begrenzt. Dies betrifft auch Yoga-Kurse, Karten-Runden, Vernissagen, Ausstellungen und Fortbildungen ohne zwingende berufliche Notwendigkeit.

Im Freien gilt bei gruppenweisen Freizeit-Aktivitäten eine Höchstgrenze von 100 Personen. Bei professionellen Veranstaltungen mit einem Sicherheitskonzept und fixen Sitzplätzen erhöht sich das Limit auf bis zu 3000 Personen, in Innenräumen auf maximal 1500.

Das betreten von Geschäften und Indoor-Veranstaltungen ist beschränkt. Auch eine Maskentragepflicht ist dort vorgesehen, wo Mindestabstände nicht eingehalten werden können.
© AFP/Faith

💪 Sport und Fitnessstudio

Generelle Maskenpflicht herrscht auch bei Sportstätten oder Fitnessstudios in geschlossenen Räumen – für Personal und für Kunden. Der Mund-Nasen-Schutz darf nur bei der Sportausübung abgenommen werden.

Auch im Hobbysport gilt indoor eine maximale Gruppengröße von zehn Personen. Wenn in einer Sportstätte oder -halle aber mehrere Gruppen trainieren können, ohne dass sich diese vermischen, dürfen diese auch von mehreren Gruppen gleichzeitig genutzt werden.

Die Zehn-Personen-Grenze gilt auch nicht bei Mannschaftssportarten, bei denen mehr als zehn Sportler zum Spielbetrieb erforderlich sind.

In Fitnessstudios können auch mehr als zehn Personen gleichzeitig hinein, außer sie besuchen einen von einem Trainier geführten Kurs.

Der Mundschutz im Fitnessstudio darf bei der direkten Sportausübung abgenommen werden. Im Eingangsbereich und in der Umkleide muss er getragen werden.
© AFP/Hamed

📅 Fach- und Publikumsmessen

Sämtliche Fach- und Publikumsmessen müssen behördlich bewilligt werden, brauchen zusätzlich einen Covid-19-Beauftragten, ein Präventionskonzept und geschulte Mitarbeiter. Unabhängig davon, ob die Messe im Freien oder in einem geschlossenen Raum stattfindet, ist eine MNS-Maske zu tragen, selbst wenn der Ein-Meter-Abstand eingehalten werden kann.

👨‍⚖️ Gerichtsverhandlungen

Die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben vorerst keine neuen Auswirkungen auf den Gerichtsbetrieb. Ungeachtet der mit Montag vorgenommenen Einschränkungen für Veranstaltungen bleiben Gerichtsverhandlungen weiter nicht nur medienöffentlich, sondern auch für interessiertes Publikum zugänglich.

"Die Beschränkungen für Veranstaltungen sind auf den Gerichtsbetrieb nicht übertragbar, weil der Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der Verhandlungen nur aus den im Gesetz - der Zivilprozessordnung oder der Strafprozessordnung - vorgesehenen Gründen eingeschränkt werden kann", hieß es aus dem Ministerium. Zum Schutz vor Covid-19 seien in Gerichtsgebäuden und Verhandlungssälen seit längerem Sicherheitsmaßnahmen - das Tragen von Mund-Nasen-Schutz auch im Verhandlungssaal, das Einhalten der Abstandsregeln, das Beachten von Hygienestandards - in Kraft, wurde betont.

🚆 Bahnhof der ÖBB

Auch die ÖBB haben ab heute die geltenen Maßnahmen für öffentliche Verkehrsmittel verschärft. So gilt im gesamten geschlossenen Bahnhofsbereich die Vorschrift, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei Verstößen drohen Strafen in Höhe von 40 Euro.

Auf offenen Bahnsteigen oder Postbus-Haltestellen im Freien entfällt die MNS-Pflicht, wenn der Sicherheitsabstand zu den anderen Fahrgästen eingehalten werden kann. Sollten sich viele Menschen am Bahnsteig befinden, empfehlen die ÖBB, den MNS zu tragen, um die Ansteckungsmöglichkeit für sich selbst und Mitreisende zu minimieren.

👰 Hochzeiten und Begräbnisse

Bei Trauerfeiern sind bis zu 500 Personen erlaubt. Eine Hochzeit zu feiern, wird aber wieder schwieriger: Erlaubt sind – wie bei anderen Indoor-Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze – maximal zehn Personen.

Hochzeiten müssen wieder mit beschränkter Teilnehmerzahl durchgeführt werden.
© AFP/Barreto

⛪ Kirche

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben mit dem Kultusministerium parallel zur Verordnung des Gesundheitsministers strengere Corona-Regeln vereinbart. Zentral ist auch in Gotteshäusern die Maske. Sie muss während des gesamten Gottesdienstes getragen werden. Ausgenommen sind nur Priester bzw. Personen, die einen Dienst verrichten.

In der Kirche gelten strengere Corona-Reglen, dabei ist vor allem Abstand einzuhalten.
© AFP/Ruiz

🏫 Schule, Uni, Arbeit

Der Bildungsbereich und die Arbeitswelt sind von den Verschärfungen nicht betroffen, auch wenn Personen etwa am Bau eng zusammenarbeiten müssen. Dies gilt auch für Theater. (APA, TT)

In der Schule gilt bereits seit Schulbeginn die Pflicht, außerhalb des Klassenzimmers einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
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