UNO-Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen

Vor dem Beginn der diesjährigen UNO-Generaldebatte begehen die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen am Montag (ab 15.00 Uhr MESZ) mit einem Festakt in New York. Bei der größtenteils virtuellen Veranstaltung werden mehr als 180 Redner erwartet. Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird sich zu Wort melden. Zudem wird es eine gemeinsame Erklärung geben.

Neben UNO-Generalsekretär Antonio Guterres treten teils in Videobotschaften unter anderem auch US-Präsident Donald Trump und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Erscheinung. Die Veranstaltung zum Jubiläum ist dem Beginn der hochrangig besetzten Generaldebatte ab Dienstag vorgelagert.

Zu Beginn der Vollversammlung wird es anlässlich des 75. Jubiläums der Weltorganisation eine gemeinsame Erklärung geben, über die im Vorfeld lange verhandelt wurde. Es ist ein Papier voller guter Absichten und eine Erklärung gegen den Unilateralismus. Sie steht damit im Widerspruch zu der Tatsache, dass gerade während der Corona-Pandemie viele Staaten auf eigene Faust handelten.

Die gemeinsame Erklärung gesteht „Momente der Enttäuschung“ in der 75-jährigen Geschichte der UNO ein. „Unsere Welt ist noch nicht die, die sich unsere Gründer vor 75 Jahren vorgestellt hatten“, heißt es dort unter Verweis auf wachsende Ungleichheit, Armut, Hunger, bewaffnete Konflikte, Terrorismus und den Klimawandel.

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Vor der Generaldebatte der UNO forderten mehr als 200 zivilgesellschaftliche Organisationen einen besseren sozialen Schutz der Menschen in der Corona-Pandemie. Die Koalition rief zu Beginn der Veranstaltungen zum 75. Gründungstag der UNO zur Schaffung eines globalen Fonds für soziale Sicherheit auf. Dieser soll Länder unterstützen, gefährdete Menschen schützen sowie den Zugang zu Gesundheitssystemen und grundlegenden Einkommen sichern.

Als Ergebnis der Covid-19-Pandemie sei die Zahl der schutzlosen Menschen stark gestiegen, heißt es in dem Aufruf der Global Coalition for Social Protection Floors. Allein die Zahl der Menschen ohne Nahrungsmittelsicherheit werde sich nach Vorhersagen in diesem Jahr auf 250 Millionen verdoppeln. Der Fonds solle helfen, „unnötiges Leid, Armut, extreme Ungleichheit, Gesundheitsprobleme und vermeidbare Todesfälle zu beenden“, heißt es in dem Appell.

Experten des World Resources Instituts (WRI) riefen dazu auf, in den milliardenschweren Programmen zur Ankurbelung der Volkswirtschaften in der Coronakrise stärker auf den Kampf gegen den Klimawandel zu setzen. Nach einer Erhebung könnten die Konjunkturprogramme in 14 von 18 untersuchten Ländern der Umwelt eher schaden als ihr nutzen. Während die Europäische Union „am grüneren Ende des Spektrums“ liege, lägen die USA „am verschmutzenden Ende“.


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