Franz-Kafka-Literaturpreis geht an Milan Kundera

Der Franz-Kafka-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den tschechisch-französischen Schriftsteller Milan Kundera. Der in Paris lebende Romanautor („Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“) habe sich angesichts der Entscheidung geehrt gezeigt, teilte die internationale Jury in Prag mit. Kafka stehe ihm mehr als andere Schriftsteller nahe, sagte der 91-Jährige demnach am Telefon aus Paris, wo er seit Jahrzehnten lebt.

Die Auszeichnung soll im Oktober verliehen werden. Sie ist mit einer Skulptur des Künstlers Jaroslav Rona und einem Preisgeld von umgerechnet knapp 8.500 Euro dotiert. Kunderas Lebenswerk sei aus dem Geist der tschechischen Kultur hervorgegangen und habe diese außerordentlich bereichert, betonte die Jury zur Begründung. Sein Schaffen habe zugleich „unübersehbaren Widerhall“ in Europa und der Welt gefunden und sei in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden.

Kundera ist der 20. Preisträger und folgt damit auf Persönlichkeiten wie Vaclav Havel, Elfriede Jelinek, Philip Roth und Amos Oz. Er hat sich selbst in seinen Schriften immer wieder mit Kafka (1883-1924) beschäftigt. Die Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag begeht in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Sie betreibt eine Bibliothek mit Werken Kafkas und seiner Zeitgenossen.

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