Oxfam-Bericht zeigt: Reiche schaden dem Klima mehr als Arme

Wenige Reiche verursachen 15 Prozent aller Treibhausgase. Oxfam fordert höhere Steuern auf SUV und Flüge.

Oxfam sieht Vermögende als Klimasünder und fordert, klimaschädliche SUV und das Fliegen entsprechend zu verteuern.
© Getty Images

Paris – Das reichste Prozent der Weltbevölkerung bläst mehr als doppelt so viel­e klima­schädliche Kohlen­dioxid-Emissionen in die Atmosphäre wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Das geht aus einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor.

Der Bericht konzentriert sich auf die klimapolitisch wichtigen Jahre von 1990 bis 2015, in denen sich die Emissionen weltweit verdoppelt haben. In diesem Zeitraum verursachte dieses eine Prozent – das sind nur 63 Millionen Menschen – demnach 15 Prozent der gesamten Treib­hausgasemissionen. Die wohlhabendsten zehn Prozent (etwa 630 Millionen Menschen) waren der Analyse zufolge in diesem Zeitraum sogar für 52 % des globalen Treibhausgasausstoßes verantwortlich.

„Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis“, kritisiert Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. Die katastrophalen Folgen der Klima­krise seien schon heute vielerorts spürbar. „Verantwortlich dafür ist eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet.“ Oxfam fordert, den CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken. Zudem müsse mehr in öffentliche Infrastruktur investiert und die Wirtschaft klimagerecht umgebaut werden.

Ein Hebel im Kampf gegen den Klimawandel sei der Verkehr, insbesondere der Flugverkehr. Besonders kritisch sieht Oxfam die Stadtgeländewagen (SUV), die zwischen 2010 und 2018 die zweitgrößten Emissionstreiber gewesen seien. „Wir müssen die Klima- und die Ungleichheitskrise zusammen lösen“, sagte ­Ehmke. Der exzessive CO2-Verbrauch der Reichsten gehe auf Kosten aller und müsse eingeschränkt werden. „Steuern für klimaschädliche SUV und häufiges Fliegen wären ein erster Schritt.“ (TT)


Kommentieren


Schlagworte