Bloß kein 08/15-Berg: Tour auf den Sautener Bloße

Einen traumhaften Aussichtsberg besteigen wir diese Woche im Rahmen des TT-Tourentipps: Von Sautens aus geht es auf den Bloße – ein Unterfangen für konditionsstarke Bergsteiger.

Auf dem Gipfel des Bloße.

Von Irene Rapp

Sautens – Der nächste schön­e Herbsttag kommt bestimmt und dann könnte man eine Tour auf die/den Bloße – welcher Artikel richtig ist, war nicht genau zu eruieren – oberhalb von Sautens am Eingang des Ötztals ins Auge fassen. Allerdings sind dafür rund 1600 Höhenmeter zu bewältigen und das im teilweise steilen Gelände. Wen das jedoch nicht abschreckt, den erwartet ein Berg mit traumhafter Aussicht und interessanten geschichtlichen sowie geologischen Fakten.

So kommt man hin: In Sautens geht es in den Ortsteil Haderlehn. Dazu durch den Ort hindurch und den Berg hinauf (den Wegweisern folgen). Eine Parkmöglichkeit gibt es nach einer Rechtskurve (mit Verkehrsspiegel) neben der Straße, gegenüber beginnt der Forstweg, der den Beginn der Tour markiert. Oder aber man fährt weiter durch Haderlehn und dann auf einem Forstweg bis zum Schwarzboden mit einigen Parkmöglichkeiten (Forststraße endet hier/man spart sich 200 Höhenmeter Aufstieg).

Wir aber sind am ersten Ausgangspunkt gestartet, zunächst also auf dem Forstweg den Wald hinauf, immer den Wegweisern folgend. Bald wird der Weg zum Steig, einmal geht es auf einer Holzbrücke über den Karbach. Steil nun den herbstlichen Mischwald hinauf, der Weg war zuletzt ein wenig lädiert, da am Vortag die Schafe vom Berg ins Tal getrieben worden waren. Mit genügend Trittsicherheit ist das jedoch kein Problem und es muss ja nicht immer eine „Autobahn“ auf den Gipfel führen.

📽️ Video | Tourentipp: Bloße

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Vereinzelt sind Findlinge im Wald zu sehen, bei einem der Felsbrocken wurden laut einer Tafel einst Speisenopfer dargebracht. Der Grund: Immer wieder wurden hier einst Häuser und Felder vermurt, mit der Opfergabe wollte man die Götter gnädig stimmen. Dass man sich auf einem Abschnitt des Knappsteiges befindet, zeigt die nächste Infotafel ein paar Höhenmeter über dem Opferstein. In Sautens wurden nämlich früher Bodenschätze abgebaut, in diesem Bereich trieb man auch Stollen in den Berg. Bei den Kalten Löchern hingegen strömt an einigen Stellen aus den Felsen ganz natürlich eisige Luft heraus – den genauen Grund erfährt man trotz Infotafel leider nicht.

So geht es Meter um Meter durch den schönen Mischwald hinauf und wenn die Bäume weniger werden, kann man schon die Geländekante über einem erblicken, auf der die Karalm steht (2122 m). Auch ein Blick ins Tal lohnt sich: Unter einem liegt der Piburger See und dann hat man noch traumhafte Blicke auf Oetz, Sautens und die Feldringer Böden gegenüber.

Hat man die Karalm erreicht, gibt es den nächsten Aha-Effekt, denn gleich dahinter tut sich ein weites Kar auf. Und dem Namen entsprechend kann man auf der linken Seite den Mittleren und ganz hinten den Hinteren Karkopf sehen. Auf dem Mittleren Karkopf steht ein Gipfelkreuz, das von der Kar- alm aus zu erreichen ist.

Nach einer kurzen Rast halten wir uns aber rechts und folgen einem Steig, der gleich hinter der Hütte weiter hinauf führt. In zahlreichen Kehren empor, es geht durch Latschen-Gelände, dann kann man auch schon das Gipfelkreuz sehen.

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An den Kalten Löchern geht es vorbei zur ...

© Irene Rapp

... Karalm.

© Irene Rapp

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Dieses befindet sich allerdings nicht auf dem höchsten Berg der Erhebung, wahrscheinlich weil die Sautener vom Tal aus das christliche Symbol auf ihrem Hausberg sehen wollten. Auf den letzten Metern muss man noch ein wenig Blockwerk bewältigen, doch das stellt kein Problem dar. Die Rast unter dem Gipfelkreuz dürfte jedenfalls lange ausfallen: Zu weit kann man mit den Blicken in die Ferne schweifen.

Dass die/der Bloße deswegen gut besucht ist, weiß auch Manfred Köll, Bürgermeister von Sautens. „Es gehen genug hinauf“, erzählt er, und der Bürgermeister verwendet übrigens den männlichen Artikel für diese Erhebung im so genannten Geigenkamm der Ötztaler Alpen.

Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, noch ein Stück – bis zum höchsten Punkt (2586 m) – weiterzugehen. Dazu einfach den Steigspuren in südwestlicher Richtung folgen, zum Teil sogar eben, nach rund zehn Minuten hat man es dann geschafft. Und nun eröffnet sich einem auch die südliche Bergwelt.

In wenigen Metern Entfernung könnte man schon das nächste Gipfelkreuz erreichen – und zwar jenes der Roppener Bloße (in den Karten auch mit Roppener Wetterkreuz angeführt). Über diese kann man die Tour zu einer wirklich satten Rundwanderung ausdehnen, das wollten wir an diesem Tag jedoch nicht.

Wir sind daher wieder auf dem bekannten Aufstiegsweg hinunter ins Tal gegangen. Fazit: Der tolle Aussichtsberg Bloße hat es in sich – sowohl was die zu bewältigenden Höhenmeter betrifft als auch bezüglich der Ausblicke.


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