Regionsprojekt als „Vorzeigebeispiel“: Feierliche Eröffnung in Telfs

Am neuen Abfallwirtschaftszentrum Telfs haben sich auch die Gemeinden Pfaffenhofen, Wildermieming und Pettnau beteiligt. Gestern wurde die schmucke Anlage, schon seit Jahresbeginn in Betrieb, feierlich eröffnet.

Stolz auf die regionale Zusammenarbeit: v. l. BM Klaus Stocker (Wildermieming), BM Christian Härting (Telfs), BM Martin Schwaninger (Pettnau), LR Hannes Tratter, Vize-BM Cornelia Hagele (Telfs) und BM Andreas Schmid (Pfaffenhofen).
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Von Michael Domanig

Telfs – „Recyclinghof“ war gestern, „Abfallwirtschaftszentrum“ (AWZ) ist heute: Spät, aber doch wurde in Telfs am Dienstag die Eröffnung einer neuen Anlage gefeiert, die in den Worten von BM Christian Härting „all­e Stückln“ in Sachen moderner Entsorgung spielt.

Der Spatenstich war im Mai 2019 erfolgt, bereits seit Jänner 2020 ist das AWZ in Betrieb. Allerdings waren noch Restbauarbeiten offen und die geplante Einweihung im Rahmen der „Aktion Sauberes Telfs“ Corona-bedingt nicht möglich. Gestern fand nun aber unter freiem Himmel doch noch eine kleine Feierstunde statt.

Für das neue AWZ wurde das gesamte System umgestellt – wobei sich die kontakt- und bargeldlose Anlieferung der Abfälle und Wertstoffe mittels Bürgerkarte gerade in der Corona-Krise voll bewährt habe, wie Härting meinte. Neu sind auch moderne Wiegecontainer, ein Bürogebäud­e mit Sanitäranlagen und Aufenthaltsraum und ein ca. 1000 m2 großes Flugdach, das Schutz vor der Witterung bietet. Einen Sonderapplaus gab es für die Mannschaft des AWZ, schließlich war der Umbau bei laufendem Betrieb eine gewaltige Herausforderung. Auch während des Shutdowns im Frühjahr hatt­e die neue Anlage übrigens durchgehend offen, wie Umweltausschuss-Obfrau Vize-BM Cornelia Hagele berichtete – und verzeichnete allein in dieser Zeit 5000 Ein- und Ausfahrten.

Peter Müller und Doris Körber freuten sich, dass die Straße, an der das AWZ liegt, nach ihrem Vater benannt wird.
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Von einem „Vorzeigebeispiel für ganz Tirol“ sprach Gemeindereferent LR Hannes Tratter aber vor allem deshalb, weil es sich um ein Regionsprojekt handelt, denn die Nachbargemeinden Wildermieming, Pfaffenhofen und Pettnau sind beim AWZ mit an Bord. Sie verfügen zwar über eigene Wertstoffsammelstellen, profitieren aber nun von der Größe und den längeren Öffnungszeiten (40 Stunden) der Telfer Anlage.

Durch die Kooperation gab es für das 1,85-Mio.-Euro-Projekt auch eine erhöhte Förderung des Landes (650.000 Euro), vom Bund kamen 280.000 Euro. Den Rest finanziert­e die Marktgemeinde Telfs per Darlehensaufnahme, die Partnergemeinden steuern kleinere Beiträge bei (einmaliger Investitionskostenzuschuss pro Bürger, jährliche Pauschale pro Haushalt).

Dekan Peter Scheiring führte die Segnung gewohnt humorvoll durch.
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Derartige Gemeindekooperationen seien „nicht nur eine Frage der Ersparnis, sondern auch der Qualität“, merkte Tratter an. Eine Anlage dieser Größe, mit diesem Angebot und diesen Öffnungszeiten, „könnte sich eine kleine Gemeinde allein nie leisten“.

Dekan Peter Scheiring segnete das neue Abfallwirtschaftszentrum – und hatte die Lacher auf seiner Seite, als er meinte: „In Corona-Zeiten wird alles gekürzt – außer die Reden der Politiker.“

Dazu gab es eine kleine Überraschung: Das AWZ und auch die angrenzende Anlage des Abwasserverbandes Telfs und Umgebung tragen jetzt neue Straßennamen. Der „Erwin-Müller-Weg“ erinnert an den gleichnamigen, 2012 verstorbenen Telfer Ehrenbürger, langjährigen Vizebürgermeister und Obmann des Abwasserverbandes, der im Umweltbereich viel Aufbauarbeit geleistet hat.


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