Mehr als 80 Organisationen rufen zu Klimastreik in Wien auf

Unter dem Motto „Fight Every Crises“ lädt Fridays for Future Wien am Freitag zum sechsten weltweiten Klimastreik. Dabei wollen die Aktivisten ein Zeichen setzen, dass die Corona-Pandemie nicht die einzige aktuelle Krise ist. Über 80 Organisationen, wie Global 2000, Amnesty International und die Eisenbahner-Gewerkschaft vida nehmen an der Demonstration teil. Mindestabstand und Maskenpflicht sollen vor dem Coronavirus schützen, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

„Ich wünsche mir, dass viele Leute zum Klimastreik kommen und mit uns für diese bessere Welt auf die Straße gehen“, sagte Fridays-for-Future-Aktivistin Viviane Wörther. Dabei wies die Schülerin auch auf die geplanten Hygienemaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie hin. So soll ein Mindestabstand von einem Meter immer einzuhalten sein. Zudem ist bei Teilnahme ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend.

Rund 100 Ordner sollen die Einhaltung der Maßnahmen überprüfen. „Niemand ist zu klein“, betonte Wörther und wies auf die kommende Gemeindewahl in Wien hin. „Die kommende Wiener Regierung wird die letzte sein, die die Einhaltung der Pariser Klimaziele umsetzen kann“, sagte sie.

Für den Umweltmediziner Hans-Peter Hutter ist es vor allem wichtig, dass nicht nur in der Corona-Pandemie alle aufeinander schauen. „Wir sehen an der Coronakrise, dass unser Gesundheitssystem, das eines der besten der Welt ist, rasch an seine Grenzen kommt“, sagte er. Aus seiner medizinischen Sicht ist sofortiges Handeln unumgänglich. „Waldbrände in Kalifornien, tropische Temperaturen und Hitzewellen in Sibirien zeigen - die Klimakrise ist nicht in Quarantäne oder auf Home Office“, sagte er. Die aktuell außergewöhnlich hohen Temperaturen im September seien nur ein Vorgeschmack von dem, was in Zukunft blühen könnte.

„Die Klimakrise ist wirklich eine der größten menschenrechtlichen Herausforderungen unserer Zeit“ sagte Amnesty Österreich-Geschäftsführerin Annemarie Schlack. Für besonders schutzwürdige Personen, wie Frauen, Kinder und indigene Gemeinschaft müsse man laut ihr seine Stimme erheben. „Im Amazonas wird die Lebensgrundlage für indigene Menschen zerstört, mit der Unterstützung der Regierung“, sagte sie und fügte an, dass man nicht tatenlos zusehen dürfe.

Für die Gewerkschaft vida steht vor allem der Transport von Waren im Mittelpunkt. „Es geht um mehr klimafreundliche Verkehrsmittel, um die Beförderung von Gütern auf die Gleise zu bekommen“, sagte Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn und fügte an, dass es bereits fünf nach zwölf sei, um etwas zu tun. „Wir werden Abstand halten, aber wir werden laut sein. Damit wir für alle Generationen ein klimafreundliches Österreich hinterlassen werden“, sagte er.


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