Haiminger Markt wird heuer Corona-bedingt im Auto stattfinden

Die Bauern und Produzenten in Haiming machen aus der Not eine Tugend und verlagern ihre Verkaufstage am 10. und 17. Oktober ins Auto.

Peter Zoller, Rudi Wammes, Simon Wegleiter, Alexandra Harasser, Christian Jais, Clemens Strigl und Walter Haid (v. l.) halten an Haiming fest.
© Parth

Von Thomas Parth

Haiming – Weitgehend kontaktfrei kann man am zweiten und dritten Samstag im Oktober regionale Produkte einkaufen. Von Ötztal-Bahnhof bis ins Haiminger Ortszentrum werden Obst und Gemüse, Wurst- und Fleischwaren, Wein, Brot und Gebäck sowie Pflanzen und Bekleidung käuflich zu erwerben sein. Nur eben nicht wie gewohnt im Zuge der Haiminger Markttage mit den üblichen Marktstandln, sondern per Pkw.

„Im Mai bzw. Juni, als wir die Entscheidung getroffen hatten, dass keine Markttage stattfinden, musste eine alternative Lösung her. Diese haben wir mit den Haiminger Verkaufstagen 2020 gefunden“, erinnert sich Alexandra Harasser, die Geschäftsführerin des Haiminger Obstlagers. Zuvor habe man noch mehrere Varianten durchgespielt, doch weil zur Jahresmitte noch etliche Variablen offen und die Angst vor der zweiten Corona-Welle groß waren, habe man sich für diesen Weg entschieden.

„Es wird ein Leitsystem geben, das die Besucher zu den 13 Betrieben führt. Einweiser werden an den Ortseinfahrten Auskunft erteilen“, gibt sich Rudi Wammes, Obmann der Markttage, betont gelassen. „Im Obstlager erhält man eingangs einen Flyer mit den Apfel- und Birnensorten bzw. den Säften, die man erwerben kann. Die zweite Station nimmt die Bestellungen auf und vier Computerkassen wickeln die Zahlungen ab. In der dritten Station werden die Apfelsteigen kundenfreundlich und rückenschonend direkt ins Auto der Kunden eingeladen“, zeigt Obstbauer Simon Wegleiter auf.

Das Spannende an der Vorgangsweise 2020 sei die Ungewissheit, wie groß die Treue der Stammkunden auch in Covid-Zeiten ist. „Etliche Bauern haben ihre Stammkunden. Aber wie sehr das heurige Angebot ankommen wird, können wir beim besten Willen nicht einschätzen“, gibt Wammes offen zu. Kein Grübeln hingegen gab es auf Seite der Sponsoren, wie Walter Haid vom Raiffeisen-Marketing unterstreicht: „Als Sponsor werden wir alle unsere Zusagen zu 100 Prozent einhalten und auch in schwierigen Zeiten unseren Partnern unterstützend zur Seite stehen.“

In Summe bieten 13 Betriebe ihre regionalen Erzeugnisse an. „Wir brauchen die Verkaufstage als einen von mehreren Vertriebswegen“, unterstreicht Wegleiter. „Im Obstlager werden wir für einen reibungslosen Ablauf allerdings nur 5-Kilo-Kisten anbieten. Die kleinste Menge sind 3-Kilo-Kartons von Bio-Äpfeln“, so Harasser, die mit der heurigen Ernte sehr zufrieden ist: „Im Rekordjahr 2018 wurden 1900 Tonnen Äpfel geerntet. Heuer rechnen wir mit 1500 Tonnen.“


Kommentieren


Schlagworte