Ehemalige Festwochen-Schauspielchefin Frie Leysen gestorben

Die belgische Festivalgründerin und ehemalige Schauspielchefin der Wiener Festwochen, Frie Leysen, ist laut Meldungen belgischer Medien im Alter von 70 Jahren gestorben. Sie gründete und leitete u.a. das Kulturzentrum deSingel in Antwerpen und das Kunstenfestivaldesarts. Leysen war in Wien im August 2012 engagiert worden, nachdem Shermin Langhoff überraschend abgesagt hatte, beendete aber nach der Festivalausgabe 2014 vorzeitig ihre Tätigkeit für die Wiener Festwochen.

Die international renommierte Festivalmacherin und Programmkuratorin galt als „Grande Dame der internationalen freien Theaterszene“. Sie galt als unbedingte Verfechterin von Zeitgenossenschaft, Interdisziplinarität und Internationalität von Kunst, was sie u.a. als Programmverantwortliche für das Festival „Meeting Points 5“ (2007), Theater der Welt (2010 in Mülheim und Essen) und beim Festival Foreign Affairs 2012 in Berlin unter Beweis stellte. Ihr Ausscheiden von den Wiener Festwochen begründete Leysen mit ständigen Konflikten über die programmatische Ausrichtung, künstlerischen Differenzen mit dem damaligen Intendanten Markus Hinterhäuser und dem „grundlegenden Fehlen einer Vision“ des Festivals.


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