Hella segelt auf Rekordkurs, Hitzeschutz auch für Städte

Der Osttiroler Sonnen- und Wetterschutztechnik-Spezialist Hella meldet trotz Corona deutliche Zuwächse – und plant auch weitere Übernahmen.

Alois und Andreas Kraler (rechts) unter einer Pergola/Terrassenüberdachung.
© GSALLER Media

Von Alois Vahrner

Abfaltersbach – Im Jahr 1959 hat der Großvater (er war auch Bürgermeister von Abfaltersbach) des jetzigen Chefs Andreas Kraler das Unternehmen Hella (so hieß die schwedische Frau des früheren Eigentümers) aus der Insolvenz übernommen. Unter Sohn Alois Kraler (55 Jahre lang operativ in der Firma bis zum Wechsel in den Aufsichtsrat) wuchs das Unternehmen stetig. Allein seit dem Jahr 2003 (damals 220 Mitarbeiter und 22 Mio. Euro Umsatz) gab es eine Expansion mit 15 Firmen-Übernahmen. Im Vorjahr setzte die Gruppe mit mittlerweile 1350 Mitarbeitern 179 Mio. Euro um. Neben dem Hauptsitz in Abfaltersbach gibt es drei Werk­e in Deutschland und je eines in Polen und Tschechien. Hauptmärkte sind Österreich, Deutschland, die Schweiz, Italien und etliche osteuropäische Länder. In Osttirol ist man mit 550 Beschäftigten nach Liebherr und dem Bezirkskrankenhaus Lienz der drittgrößte Arbeitgeber

Im heurigen Corona-Jahr sei man sehr gut durch die Krise gekommen, sagt Andreas Kraler gegenüber der TT. Wegen des Lockdowns gab es zwei Wochen Betriebsurlaub und dann nur einige Wochen Kurzarbeit. Die Nachfrage nach Sonnenschutz sei sowohl in der Bauwirtschaft als auch bei Privaten, die ja heuer sehr viel zu Hause verbringen und dort verstärkt in die eigenen vier Wände investieren, sehr hoch. So liege der Umsatz heuer bisher um 15 Prozent über dem Vorjahr. Laut Kraler bleibt man auf Expansionskurs, bei guten Gelegenheiten seien auch weitere Übernahmen denkbar.

Sonnen- und Wetterschutz für innen und außen werde wegen des Klimawandels und immer größerer Glasflächen bei Neubauten immer wichtiger, ganz besonders auch in Städten, sagt Kraler. Die Temperatur-Kurve zeigt nach oben und damit die Nachfrage nach Kühlung. Experten haben ausgerechnet, dass in Paris wegen der unzähligen Klimageräte in den Wohnungen die Temperaturen in der Stadt um 3 Prozent höher liegen. Laut einer Studie der Universität London South Bank kann Sonnenschutz mit integrierter passiver Nachtlüftung für Büros statt sonst drohender Raumtemperaturen bis 47 Grad diese auf bis zu 23 Grad begrenzen. Bei rein innenliegendem Sonnenschutz ohne Klimaanlage seien 28 Grad möglich. In Städten geh­e es auch um grüne Fassaden und die spannende Kombinatione aus Pholtovoltaik und Sonnenschutz, so Kraler. Wien habe etwa ein großes Förderpaket geschnürt, wo Sonnenschutz bei Investitionen bis zu 5000 Euro mit 50 Prozent gefördert werden.

Ein großes Thema seien auch neue Entwicklungen in Richtung Smart Home, Sensorik und Automatisierung. Mit A1 wurde eine Kooperatio­n etwa für die Steuerung des Sonnenschutzes zu Hause via Handy vereinbart.

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Sehr zufrieden zeigt sich Kraler mit der hohen Leistungsbereitschaft und großen Loyalität der Beschäftigten in Osttirol. Trotzdem sei die Suche nach Fachkräften zuweilen schwierig. Sehr erfolgversprechend sei ein duales Studium am MCI mit jeweils halbjähriger Firmenpraxis.


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