Innsbruck: Wohnungen am Haydnplatz werden „endlich“ saniert

Die Finanzierungszusage der Stadt Innsbruck ist da: „Akutwohnungen“ im Saggen können nun mit eigenen WC-Anlagen ausgestattet werden.

Die 106 Mieteinheiten im Haus Haydnplatz 5 sind für sozial schwächer gestellte, oft ehemals wohnungslose Menschen vorgesehen.
© Domanig

Von Michael Domanig

Innsbruck – Erleichterung und Freude sind bei allen Beteiligten spürbar: Seit Jahren war die Sanierung des von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) verwalteten Gebäudes Haydnplatz 5 im Innsbrucker Stadtteil Saggen geplant gewesen – nun liegt dafür die Finanzierungszusage seitens der Stadt vor.

Insgesamt 106 Mieteinheiten sind im Haus untergebracht – wobei die Bewohner in der Regel „sozial schwächer gestellte, vielfach ehemals wohnungslose bzw. akut von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen sind“, wie Hubert Innerebner, Geschäftsführer der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD), ausführt.

Die ISD bieten vor Ort sozialarbeiterische Beratung und Betreuung an („Sozialkontakt Haydnplatz“), die Vergabe der Wohneinheiten erfolgt über das städtische Amt für Wohnungsservice.

Größtes Manko der Kleinwohnungen war laut Inner­ebner bislang, dass sie zwar mit Duschmöglichkeiten ausgestattet waren, nicht aber mit eigenen Toiletten. Die Bewohner mussten also – und müssen derzeit noch – Gemeinschafts-WCs am Gang nützen, was in den Worten von Innerebner „gelinde gesagt suboptimal“ war.

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Nun aber werden alle Wohnungen grundlegend saniert und WCs eingebaut, wie IIG-Geschäftsführer Franz Danler auf TT-Anfrage bestätigt. Das Investitionsvolumen liege bei knapp über 5 Mio. Euro. Die Planungen für den Umbau seien bereits abgeschlossen, nun habe man die Freigabe für die Umsetzung erhalten. Abhängig von den beauftragten Firmen sei geplant, bereits im Oktober mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Die Bewohner im zweiten und Teilen des dritten Stocks wurden bereits abgesiedelt und im Haus verteilt. Die Sanierung erfolgt nun etappen- bzw. geschoßweise

„Ich freue mich sehr, dass die entsprechenden Mittel freigemacht werden und die Arbeiten endlich in Gang kommen“, betont Innerebner. Die Sanierung sei seit Langem ein großes Ziel gewesen. „Das trägt sicher auch zur Beruhigung in der gesamten Anlage bei“, meint der ISD-Geschäftsführer, die gemeinsame Nutzung der Sanitäranlagen habe natürlich immer wieder zu Spannungen geführt. „Der Umbau erleichtert uns die Arbeit sehr – kommt aber vor allem den Menschen zugute, die hier ­leben.“

Das sieht auch Jasmin Haberl, die scheidende Leiterin des ISD-Sozialkontakts Haydnplatz, so. Sie sei „total froh“ über die Sanierung. Ein großer Fortschritt sei zudem, dass die Wohnungen „durch die Ausstattung mit eigenen WCs endlich auch mietzinsberechtigt sind“ – mit WC am Gang sei das rechtlich nicht möglich gewesen.

„Jahrelange Bemühungen haben sich gelohnt“, freut sich auch GR Mesut Onay (Alternative Liste Innsbruck). Dass nun alle Wohnungen saniert und belegt würden, sei ein „wichtiger Schritt für die Bekämpfung der Obdachlosigkeit und des Leerstandes in der Stadt“. Schließlich seien mehr als 50 der Zimmer teils über Jahre leergestanden.


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