Heeres-Helikopter bringen Modernisierung von Standort Aigen

Am Hubschrauber-Standort Aigen im Ennstal wurde am Donnerstag offiziell die Neuanschaffung der italienischen Leonardo AW169M für das Bundesheer gefeiert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) wurde mit Dank überschüttet und bekam sogar einen Blumenstrauß und Musik. Sie kündigte eine Modernisierung der Infrastruktur des Flughafens für drei Millionen Euro an. Die geplante Präsentation des neuen Hubschraubers konnte wegen einer Sturmwarnung in Bozen nicht stattfinden.

Das Bundesheer kauft um 300 Millionen Euro 18 neue Hubschrauber vom italienischen Hersteller Leonardo. Die neuen Helikopter sind ein Ersatz für die leichten Verbindungs- und Transporthubschrauber „Alouette III“, die aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden müssen. Sie sollen für das Militär verschiedene Aufgaben erfüllen - vom Personen- und Materialtransport bis zu Löscharbeiten. In der Summe von 300 Millionen Euro soll die gesamte Beschaffung beinhaltet sein, also Hubschrauber, Technik, Logistik, aber auch die Ausbildung sowie infrastrukturelle Erfordernisse.

Diese am Montag in Wien bekannt gegebene Entscheidung wurde am Donnerstag am Heimatflughafen der neuen Hubschrauber im steirischen Aigen im Ennstal offiziell gefeiert, neben Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und seinem Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) waren auch zahlreiche Bürgermeister aus der Umgebung, Kommandanten und Abgeordnete gekommen. Aus den Dankesreden wurde klar ersichtlich, welche große wirtschaftliche Bedeutung der Bundesheer-Standort für die Region hat.

„Ich danke Dir. Damit hast du einen Platz im Herzen der Steirer. Das ist nicht so einfach“, sagte Schützenhöfer zur Ministerin Tanner. Bei den Soldaten bedankte er sich für ihren Einsatz und ihre Geduld. „Heute ist ein besonderer Tag für unser Heer, für Österreich und besonders für die Steiermark“, sagte Tanner und kündigte auch Investitionen in die Infrastruktur an: „Ein moderner Hubschrauber braucht ein modernes Umfeld, deswegen investieren wir drei Millionen Euro in die Infrastruktur.“ Die ersten Hubschrauber sollen Mitte 2022 landen, die letzten 2024.

Bis hierher sei es ein langer und beschwerlicher Weg gewesen, schilderte der Landeshauptmann. „Es gibt den Satz ‚Gut Ding braucht Weile‘, das kann man hier anwenden. Wir haben lange auf die Nachfolge der Alouette gewartet und wir hatten viele politische Debatten“, so Schützenhöfer. „Nun ist der Standort auf Jahre und Jahrzehnte abgesichert.“

Auch Lang zeigte sich erleichtert und erfreut über die Entscheidung: „Sie haben uns eine große Sorge abgenommen“, sagte er zur Ministerin.

Für den heutigen Termin hätte ein Leonardo AW169M der italienischen Guardia di Finanza nach Aigen fliegen sollen. Das musste abgesagt werde, weil der Hubschrauber wegen Sturmgefahr nicht mehr zurückfliegen hätte können. Dafür wurde die Pressekonferenz am Beginn unabsichtlich von einem Eurofighter, der bekanntlich unweit stationiert ist, aus der Luft begleitet und sorgte für einigen Lärm. Die Ministerin wurde mit einem Blumenstrauß und der heimlichen Hymne „I am from Austria“ bedacht.


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