Geyer Vorstandsvorsitzender der Volkstheater-Privatstiftung

Neu erstrahlt ab Jänner nicht nur das Volkstheater selbst, sondern auch ein großer Teil des Aufsichtsrats sowie der Volkstheater-Privatstiftung. Wie Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) und Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Freitag bekannt gaben, wurden zahlreiche neue Mitglieder bestellt, der Bund übernimmt künftig eine stärkere Rolle.

In Zukunft werden insgesamt drei Positionen im Beirat, drei Positionen im Aufsichtsrat und eine Position im Stiftungsvorstand des Volkstheaters direkt bzw. auf Vorschlag des Bundes besetzt. Hintergrund der nunmehrigen Änderungen war eine Unklarheit rund um die Eigentümerschaft des Volkstheaters und um die Findung einer neuen Leitung im Jahr 2019. Nicht die Stadt Wien, sondern der ÖGB sei Eigentümer des Theaters, sagte die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) damals anlässlich der Ankündigung, dass eine Jury aus Experten und Eigentümervertretern für die Findung zuständig sei. Der als vermeintlicher Eigentümer des Volkstheaters zu mehr finanziellem Engagement aufgeforderte ÖGB stellte jedoch klar, dass der Gewerkschaftsbund mit Gründung der Volkstheater-Privatstiftung 1999 die Eigentümerschaft abgegeben habe. Jene sechs vom ÖGB in den zwölfköpfigen Beirat der Volkstheater Privatstiftung entsandten Mitglieder, die laut ÖGB „eigenverantwortlich“ handelten, werden nun abbestellt, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian setzte sich für den Transformationsprozess ein.

Im Vorstand wird Roland Geyer, der derzeitige Intendant des Theaters an der Wien, den Posten des Vorsitzenden von Gerhard Schuessler mit 1. Oktober übernehmen, Theresia Niedermüller wird seitens des Bundes neu entsandt. Mit Anne Wiederhold-Daryanavard (Mitgründerin und Künstlerische Leiterin der Brunnenpassage), der Schauspielerin Mercedes Echerer und Gerald Gröchenig (Geschäftsführer „Europäische Theaternacht“) finden sich drei neue Namen im Beirat, der insgesamt verkleinert werden soll. Neu im Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Andreas Meinhold sind - vom Bund entsandt - Brigitte Winkler-Komar, Lia Metchev-Herbst und Ex-Burgtheater-Geschäftsführer Thomas Königstorfer.

„Ich freue mich, dass wir vonseiten des Bundes die Möglichkeit bekommen, beim Volkstheater als einer der wichtigsten Theaterbühnen des Landes, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wir nehmen diese Verantwortung gerne wahr“, sagt Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mayer. „Die finanzielle Grundausstattung des Volkstheaters hat für mich auch in den anstehenden Budgetverhandlungen Priorität.“ Auch Kulturstadträtin Kaup-Hasler zeigt sich erfreut: „Dass der Bund nun gemeinsam mit der Stadt Wien die wichtigsten Gremien des Volkstheaters bestimmt, ist nicht nur das erfreuliche Resultat vieler Gespräche, sondern spiegelt die eigentliche Realität sowie die Verantwortung der beiden maßgeblichen Fördergeber des Hauses.“ In den kommenden Monaten steht in Zusammenarbeit sämtlicher Stakeholder auch eine Überarbeitung der Stiftungsurkunde der Volkstheater-Privatstiftung bevor, die den Zweck haben soll, die Realverfassung des Theaters besser abzubilden.

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