Deutscher Gesundheitsminister rät von Auslandsreisen ab

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn mahnt seine Landsleute wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen zur Zurückhaltung bei Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien. „Man kann ja auch Urlaub im Inland machen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF. Keinerlei Auswirkungen haben die deutschen Reisewarnung für Wien und Vorarlberg dagegen auf den Pendler- und Güterverkehr sowie Durchreisen im grenznahen Gebiet.

Weiterhin ohne Einschränkung möglich ist auch die Durchreise durch Deutschland, zum Beispiel durch das deutsche Eck und aus dem Kleinwalsertal. Als familiäre Angelegenheiten, die eine Ausnahme von den Quarantänebestimmungen begründen, gelten die Pflege von Familienangehörigen, der Besuch des Lebenspartners, das Besuchsrecht der Kinder, medizinische Behandlungen und sonstige triftige Gründe.

Durch die verhängten Reisewarnungen müsse Reisende aus Wien und Vorarlberg nun bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Covid-19-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ansonsten ist eine 14-tägige Quarantäne verpflichtend. Dabei sind die Regeln in den 16 deutschen Bundesländern im Detail unterschiedlich. So gilt etwa in einigen Bundesländern - darunter Bayern - die Test- bzw. Quarantänepflicht erst nach einem Mindestaufenthalt von 48 Stunden in den Risikogebieten, in anderen beträgt der Mindestaufenthalt 72 Stunden, während in den meisten Bundesländern die Vorgaben unabhängig von der Aufenthaltsdauer gelten.

Gesundheitskontrollen an der deutschen Grenze gibt es weiterhin keine. An den Grenzübergängen Walserberg und Kufstein werden auch im Rahmen der Grenzkontrollen die Gesundheits- und Quarantänemaßnahmen nicht kontrolliert. Deutsche Urlauber können bei ihrer Rückkehr nach Deutschland einen Gratistest in Anspruch nehmen.

Der deutsche Gesundheitsminister erklärte im ZDF, dass er wisse wie hart dies für die Reiseveranstalter, die Reisebüros und natürlich auch für die Bürger, die sich auf ihren Urlaub freuten, sei. „Aber wir haben jetzt zwei Mal erlebt - Stichwort Ischgl, Winterurlaub, und im Sommer - dass durch Reiserückkehr auch die Infektionen stärker wieder nach Deutschland reingebracht werden.“ Er sei dafür, daraus für Herbst- und Winterurlaub zu lernen.

Eine deutschlandweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen lehnte Spahn erneut ab. Es gehe darum, Maßnahmen zu ergreifen, die zum jeweiligen Infektionsgeschehen passten, sagte der Minister. „Deswegen auch immer regional und lokal vor Ort.“ Sonst verlören die Maßnahmen Akzeptanz. Ein Ausbruch wie beim Fleischproduzenten Tönnies etwa betreffe vor allem die Beschäftigten. „In München ist die Lage gerade eine ganz andere, dort entsteht das vor allem durch Feiern offenkundig, auch durch gemeinsam eng Feiern auf öffentlichen Plätzen.“


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