NGO-Schiff „Mare Jonio“ auf Sizilien festgesetzt

Das italienische Rettungsschiff „Mare Jonio“ ist von den italienischen Behörden im Hafen der sizilianischen Stadt Pozzallo festgesetzt worden. Die Crew wurde daran gehindert, an Bord zu gehen, um für einen Rettungseinsatz im Mittelmeer in See zu stechen. Der Beschluss wurde nach einer mehrstündigen Inspektion gefasst, teilte die italienische NGO „Mediterranea Saving Humans“, Betreiberin des Schiffes, mit. Vor Libyen ist indes ein weiteres Flüchtlingsboot gesunken.

„Das Schiff kann jetzt keinen weiteren Einsatz im Mittelmeer starten. Die tödlichste Grenze der Welt verliert somit ein weiteres Schiff, das in fast zwei Jahren 374 Menschen in Sicherheit gebracht hat“, so die Hilfsorganisation am Freitag in einer Presseaussendung. Sie beklagte eine systematische Verhinderung von Rettungsoperationen durch die italienischen Behörden.

Am Sonntag war bereits das deutsche Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ von den italienischen Behörden im Hafen der sizilianischen Hauptstadt Palermo festgesetzt worden. Der Beschluss wurde nach einer elfstündigen Inspektion gefasst.

Südlich von Sizilien, vor der Küste Libyens, befürchtet die Internationale Organisation für Migration (IOM) indes erneut viele Tote nach einem Bootsunglück. Drei Leichen seien aus dem Mittelmeer geborgen worden, teilte die Organisation am Freitag auf Twitter mit. Sie geht zudem davon aus, dass weitere 13 Vermisste ertrunken sind. Fischerboote brachten demnach 22 Überlebende zurück nach Libyen, nachdem das Boot am Vorabend gesunken war. Nach Angaben der IOM starben in diesem Jahr bisher rund 430 Migranten auf dem Seeweg auf der zentralen Mittelmeerroute nach Südeuropa.

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