Festnahmen nach Messerattacke mit Verletzten in Paris

Bei einer Messerattacke nahe der früheren Redaktion der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris sind am Freitag zwei Menschen verletzt worden. Bei den Opfern handle es sich um Journalisten einer TV-Produktionsfirma, deren Räumlichkeiten sich im Gebäude befinden, wo früher „Charlie Hebdo“ saß. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest. Anti-Terror-Fahnder haben die Ermittlungen übernommen.

Ein erster Verdächtiger war etwa einen Kilometer südlich vom Tatort, bei der Place de la Bastille festgenommen worden. Die zweite Person wurde im Bereich der Metrostation Richard Lenoir in Nähe des Tatorts festgenommen. Bei der Station wurde auch ein Beil gefunden. Bei einem der Verdächtigen soll es sich laut Polizeiquellen um einen 18-jährigen Pakistani handeln, berichtete der Radiosender Europe 1.

Der Anschlag ereignete sich vor jenem Gebäude, wo früher die „Charlie-Hebdo“-Redaktion beheimatet war. Frankreichs Premier Jean Castex und Innenminister Gérald Darmanin sowie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo fuhren noch zum Tatort. Die beiden Opfer sind nach Angaben von Premierminister Castex nicht in Lebensgefahr.

Das Gebiet um das Gebäude sei nach dem Fund eines verdächtigen Päckchens abgeriegelt worden. Am Tatort hätten die Ermittler ein großes Messer entdeckt. Ein Insider beschrieb es als Machete, ein anderer als Fleischerbeil. Der Rundfunksender France Info berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, in dem verdächtigen Päckchen sei kein Sprengstoff gefunden worden. Frankreichs Premierminister Jean Castex erklärte, dass eine Krisensitzung einberufen worden sei. Vorsichtshalber wurden im Zentrum der Stadt gleich mehrere Schulen und Krippen geschlossen.

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EU-Ratschef Charles Michel brachte sein Mitgefühl zum Ausdruck. „Alle meine Gedanken sind bei den Opfern dieser feigen Gewalttat“, schrieb der Belgier am Freitag auf Twitter. Seine Solidarität gehe an das französische Volk. Michel betonte: „Der Terror hat auf europäischem Boden keinen Platz.“ Italiens Regierungschef Giuseppe Conte bekundete Solidarität mit Frankreich. Er bezeichnete die Tat auf Twitter als „feigen Angriff“.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. „Charlie Hebdo“ hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht.


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