Rodionov nach Sieg über Ofner im Paris-Hauptfeld

Jurij Rodionov ist neben Dominic Thiem und Dennis Novak der dritte Österreicher im Hauptfeld der French Open 2020. Der 21-jährige Niederösterreicher rang am Freitag in der letzten Qualifikationsrunde seinen Landsmann Sebastian Ofner mit 6:4,3:6,6:3 nieder und darf sich nun auf seine Premierenteilnahme bei einem Grand Slam Turnier freuen. Sein Gegner in der ersten Runde wird der Franzose Jeremy Chardy sein.

Der 33-jährige Chardy ist als Nummer 64 im ATP-Ranking freilich klarer Favorit gegen den zwölf Jahre jüngeren Niederösterreicher. Rodionov ist aktuell 169. in der Weltrangliste.

Im wichtigen Österreicher-Duell der beiden Weltranglisten-Nachbarn Ofner (167.) und Rodionov (169.) hatte Rodionov zunächst die Nase vorne. Allerdings dauerte der erste Satz fast eine Stunde. Nachdem Ofner mit dem Gewinn des zweiten Satzes ausgeglichen hatte, drehte Rodionov das Momentum im Entscheidungssatz mit einem frühen Break zum 2:0 und einem erfolgreichen Aufschlagsspiel zum 3:0.

Auch die folgende Regenunterbrechung brachte Ofner nicht mehr zurück ins Match. Nach insgesamt 2:18 Stunden verwertete Rodionov seinen ersten Matchball zum Sieg, nach dem er auf die Knie fiel und beide Fäuste ballte.

Es war auch Rodionovs erster Sieg gegen Landsmann Ofner. Der drei Jahre ältere Steirer hat im Gegensatz zu Rodionov bereits Major-Erfahrung. Vor drei Jahren überraschte er in Wimbledon mit dem Einzug in die dritte Runde, seitdem hat Ofner aber keine Major-Teilnahme mehr geschafft.

Die Erleichterung nach dem 6:4,3:6,6:3 über Landsmann Sebastian Ofner war dementsprechen sehr groß. „Im letzten Game hatte ich ungefähr einen Puls von 220 die ganze Zeit. Ich habe mir vor jedem Schlag gesagt: ‚bleib ruhig, bleib ruhig‘. Als ich den Matchball gewonnen habe, bin ich automatisch auf die Knie gefallen, weil der ganze Druck aus meinem Körper geflogen ist. Ich war superhappy.“

Rodionov, der seinen Gegner in Runde eins erst zugelost bekommt, bedankte sich auch bei Javier Frana. Mit dem argentinischen Ex-Spieler als Touring-Coach unter den Fittichen von Wolfgang Thiem, der auch den Kontakt zu Frana herstellte, fühlt sich Rodionov sehr wohl. „Nachdem ich angefangen habe, mit Javier zu arbeiten, sind viele Dinge wieder in die richtige Schiene gekommen. Ich nenne ihn auch meinen Mentor, weil er on und off the Court ein super Mensch ist“, sagte Rodionov in Paris.

60.000 Euro brutto Preisgeld hat sich Rodionov mit dem Einzug in den Hauptbewerb erspielt, ein wichtiger Finanzschub für den talentierten 21-Jährigen. Möglich wäre nun ein Duell mit einem anderen Qualifikanten, aber auch einige Gesetzte könnten es werden. Rodionov stört ein starker Gegner nicht. „Jetzt in dieser Situation geht es bei mir nur darum, Erfahrung zu sammeln. Desto besser die Gegner sind, desto besser werde ich auch spielen“, ist Rodionov überzeugt.

Anschließend kämpfte die Österreicherin Barbara Haas ebenfalls um den Einzug ins Paris-Hautfeld. Ihre Gegnerin war die Rumänin Elena-Gabriela Ruse.


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