Landtagsvizepräsident Toni Mattle bringt Petition an sich selbst ein

Toni Mattle (ÖVP) verfasste eine Wolfs-Petition an den Petitionsausschuss des Landtags.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Mit dem Petitionsausschuss im Tiroler Landtag wurde 2013 ein Sprachrohr für die Anliegen der Bürger geschaffen. Auf direktem Weg können sie damit auch ihre Vorschläge in das Landesparlament einbringen. Für Verwunderung sorgt allerdings, dass die Politik dieses Instrument jetzt ebenfalls nützt.

Denn diese Woche haben die Talgemeinden des Paznaun Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (VP) die Petition „Schutz der Bevölkerung, der Land- und Almwirtschaft, des Tourismus und des ländlichen Raumes vor gefährlichen Beutegreifern“ überreicht. U. a. sollen alle Abgeordneten mit Nachdruck das Ziel einer wolfsfreien Zone in Tirol anstreben.

Das Kuriose dabei: Ein Überbringer der Petition ist Landtagsvizepräsident Toni Mattle (ÖVP) in seiner Eigenschaft als Bürgermeister von Galtür. Er hat sie für seine Gemeinde selbst verfasst. Zugleich ist Toni Mattle als hochrangiger Vertreter des Landtags Empfänger seiner eigenen Petition. Ob das im Sinne des Erfinders des Petitionsausschusses ist, also von Schwarz-Grün, wird hinter den Kulissen intensiv diskutiert. Schließlich können Abgeordnete jederzeit politische Anliegen im Landtag einbringen und benötigen dafür keinen Petitionsausschuss.

Gegenüber der TT rechtfertigt sich Mattle, dass er als Bürgermeister auch die Verantwortung für eine Alm in seiner Gemeinde trage. „Ich sehe deshalb überhaupt kein Problem in dieser Vorgangsweise, den Petitionsausschuss damit zu befassen.“

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Apropos Wolf: Um Unterstützung bei allen Gemeinden klopft derzeit der Verein zum Schutz und Erhalt der Land- und Almwirtschaft in Tirol an. Vereinsobmann ist Landwirtschaftskammerpräsident und ÖVP-Nationalrat Josef Hechenberger. Die Bürgermeister im Land werden angeschrieben, um mit dem Kauf von ein bis zwei Transparenten – pro Stück 35 Euro – die Transparentaktion des Vereins zu unterstützen. (pn)


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