Berg-Karabach verkündet Generalmobilmachung und Kriegsrecht

Nach Bombenangriffen der aserbaidschanischen Armee auf die Unruheregion Berg-Karabach haben die pro-armenischen Rebellen in der Region das Kriegsrecht verhängt und die Generalmobilmachung verkündet. Aserbaidschans Militär hatte Sonntagfrüh Bombenangriffe auf die Region gestartet und dabei auch Ziele in deren Hauptstadt Stepanakert attackiert. Nach Angaben beider Seiten wurden bei den Kämpfen auch Zivilisten getötet. Sie gaben sich gegenseitig die Schuld für die Gefechte.

„Die gesamte Verantwortung dafür hat die militär-politische Führung Aserbaidschans“, teilte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums von Armenien mit. Eriwan habe deshalb Hubschrauber und Kampfdrohnen eingesetzt. Drei gegnerische Panzer seien getroffen worden. Die armenische Armee hätte auch zwei aserbaidschanische Hubschrauber und drei Drohnen abgeschossen.

Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Baku hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Seit 1994 gilt in der Region eine Waffenruhe, die aber immer wieder gebrochen wurde. Im Juli kam es an der Grenze zwischen den verfeindeten Republiken zu schweren Gefechten; die Kämpfe lagen jedoch Hunderte Kilometer nördlich von Berg-Karabach. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, die dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat.

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