Die Innsbrucker Haie produzieren noch (zu) viel Adrenalin

Nach dem 4:3-Sieg in Villach trübte eine Zwei-Spiel-Sperre gegen Braden Christoffer die Freude bei den Haien. HCI-Vorstand Mitterer fordert mehr Disziplin auf dem Eis.

Der Saisonstart mit sechs Punkten zauberte den Haien ein Lächeln ins Gesicht. Nach Crosscheck muss Braden Christoffer aber pausieren.
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Von Alex Gruber

Innsbruck –Am Montagvormittag radelte HCI-Vorstand Kurt Mitterer noch fröhlich durch Pradl und fühlte sich beim neuen Haie-Team nach zwei Siegen (zuvor 4:1 gegen Dornbirn) an die Anfangsphase in der Ära von Rob Pallin erinnert: „Da waren wir auch so bissig.“ Mitterer stellte aber auch klar, dass in der Bet-at-home ICE Hockey League mehr Disziplin in die eigenen Reihen müsse.

Denn nach einem 4:1-Vorsprung machte man es sich in Villach bei insgesamt 47 Strafminuten in Unterzahl selber schwer. Bezüglich Topscorer Braden Christoffer (vier Punkte), der kurz vor Schluss seinem Linienpartner Daniel Ciampini (3 Punkte) zu Hilfe geeilt war und dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassiert hatte, lag schon etwas in der Luft.

„Es ist sehr ärgerlich"

Als Haie-Cheftrainer Mitch O’Keefe nahe der Tiwag-Arena noch mit seinen Kindern spielte, schien die Welt im Haifischbecken auch noch in Ordnung. Am späten Montagnachmittag schickte die Liga aber aus, dass Christoffer nach einem Crosscheck für zwei Spiele gesperrt wird und den Innsbruckern somit beim Derby in Bozen (am Freitag, sofern aufgrund der Corona-Fälle bei den Südtirolern gespielt werden kann) und beim Heimspiel gegen Bratislava am Sonntag fehlt.

„Es ist sehr ärgerlich. Der Stock hat in dieser Höhe nichts verloren. So schwächen wir uns selbst. Und das werden wir noch besprechen“, gab Haie-Co-Trainer Florian Pedevilla, früher auch nicht gerade ein Kind von Traurigkeit, zu Protokoll. Christoffer kassierte auch noch eine Geldstrafe, die Innsbrucker müssen ihre erste Angriffsreihe vorerst neu formieren.

Fangquot von Goalie Tom McCollum klar im grünen Bereich

Trotz der Sperre sowie zwei verletzungsbedingten Ausfällen (Kevin Tansey, Lukas Bär) gibt es genug Positives zu berichten: Mit Deven Sideroff und Félix Girard halten zwei weitere neue Angreifer nach zwei Partien bereits bei drei Punkten. Und die Fangquote (92,7 Prozent) von Goalie Tom McCollum liegt klar im grünen Bereich. Vor dem 30-jährigen Amerikaner wirft sich so gut wie jeder Hai aufopferungsvoll in die Schüsse.

Die „neuen“ Haie gehen füreinander durchs Feuer. Das bekamen auch Villachs Adler zu spüren. Es gilt die richtige Dosis zu finden, mutig zu bleiben und nicht übermütig zu werden.


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