Deutscher Salzstock Gorleben wird kein Atommüll-Endlager

Das deutsche Endlager für hochradioaktiven Atommüll wird nicht in Gorleben gebaut. Der niedersächsische Salzstock in der Region findet sich wegen Instabilität nicht auf der Liste der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), die ihren Zwischenbericht am Montag veröffentlichte. „Der Salzstock Gorleben wird daher nicht bei den weiteren Arbeiten der BGE zu den Vorschlägen über die Standortregionen betrachtet“, heißt es im Zwischenbericht.

Der Salzstock im Norden Niedersachsens war bereits seit vielen Jahrzehnten als Atommüll-Endlager im Gespräch. Die diesbezüglichen Erkundungen wurden bereits Ende der 1970er Jahre begonnen. Zudem existiert in Gorleben seit 1995 ein Atommüll-Zwischenlager. Transporte dorthin aus französischen Atommeilern riefen in den vergangenen Jahren immer wieder Proteste und Blockaden von Umweltaktivisten hervor.

Dagegen kommt Bayern in die Diskussion, wo das Granitgestein grundsätzlich als geeignet für ein unterirdisches Atommüll-Lager genannt wird. Die BGE hat allein aufgrund der geologischen Bedingungen rund 90 mögliche Standorte in Ton-, Salz- und kristallinen Gesteinformationen wie Granit aufgelistet. Andere Kriterien wie Besiedlung oder Bebauung spielten in diesem ersten Schritt noch keine Rolle. In weiteren Phasen wird die Auswahl in den nächsten Jahren weiter eingeschränkt, so dass bis 2031 eine Entscheidung für einen Standort fallen soll. 2050 soll es dann in Betrieb gehen.

Die BGE hat neben Bayern andere Salzstöcke in Niedersachsen wie auch Gebiete in Baden-Württemberg sowie große Teile Ostdeutschlands auf der Liste. Das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Teile des Ruhrgebiets finden sich dagegen nicht darauf. Das Ruhrgebiet scheidet wegen der zahlreichen alten Bergwerke aus, die das Gebiet geologisch unsicher machen.

Kritik am Ausschluss von Gorleben kommt von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Wenn man breit angelegt diskutieren möchte, bleibt die Frage, warum man Gorleben fundamental ausschließt“, sagte er in München. „Das ist eine Schwäche in der Argumentation.“ Die BGE habe dies nicht ausreichend begründet.

Für die Erkundung des Salzstocks seien jahrzehntelange Arbeit aufgewendet und nun viele Milliarden Euro verschwendet worden. Er verwies darauf, dass die BGE zwei Drittel von Bayern als grundsätzlich geeignet halte und deutschlandweit mehr als die Hälfte der Fläche. „Ich befürchte, dass sehr viele Menschen jetzt sehr verunsichert sind.“ Allein in Bayern betreffe dies acht Millionen. Unverständlich nannte es Söder auch, dass ein Endlager für eine Million Jahre ausgelegt werden soll. Das sei eine „mutige und interessante Einschätzung“. Die Gesteinsart Granit, die vor allem in Bayern vorkommt, sei dafür nicht sinnvoll.

Dennoch sagte Söder, Bayern werde sich nicht grundsätzlich bei der Suche verweigern. „Wir werden keine Totalblockade machen. Wir ducken uns auch nicht weg.“ Man werde sich konstruktiv auch mit Wissenschaftlern aus Bayern einbringen.


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