Große Ehre: Amraser Matschgerer sind jetzt immaterielles Unesco-Kulturerbe

Die Tradition, die auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, wurde jetzt in das nationale immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen.

Die Amraser in Aktion: Auf Feiern für die Auszeichnung muss man leider vorerst verzichten.
© Amraser Matschgerer

Innsbruck – Gute Nachrichten sind dieser Tage selten für Fasnachts- und Traditionsvereine. Die Amraser Matschgerer haben jetzt eine solche erhalten – und dürfen sich über die Aufnahme in das nationale immaterielle Kulturerbe freuen. Und auch wenn das mit den Feiern und den Auftritten in den kommenden Monaten noch schwer werden könnte, es schwingt eine große Portion Stolz mit, wenn Matschgerer-Obmann Bernhard Egger über die viele Arbeit im Vorfeld der Bewerbung spricht.

Was die Amraser so besonders macht? Einerseits der Ursprung im 17. Jahrhundert. „Diese aus einer dörfischen Gemeinschaft entstandene Tradition hat sich trotz der Angliederung an die Landeshauptstadt und des städtischen Einflusses erhalten“, heißt es etwa in der Begründung des österreichischen Fachbeirats für das immaterielle Kulturerbe.

133 österreichische Traditionen gelistet

„Wir haben zudem ein paar ganz besondere Eigenheiten“, sagt Egger. Etwa die Schrittfolge oder der Zottler, der mit Schaffell und Greifvogel dargestellt wird. „Wir haben uns sehr gefreut, dass wir in diese Liste aufgenommen wurden.“

Neben den Amrasern gelang dies heuer noch acht weiteren „Elementen“, darunter auch der Steinmetzkunst oder dem Nikolospiel in Bad Mitterndorf. Seit dem Jahre 2010 findet jährlich eine Eintragungsrunde in das Verzeichnis statt, aktuell sind nun 133 österreichische Traditionen im Verzeichnis gelistet. Darunter diverse Bräuche aus Tirol – auch Fasnachtsbräuche.

Gestern Abend, kurz nachdem die Matschgerer von der großen Ehre erfuhren, stand zufälligerweise eine Sitzung des Vereins an. Obmann Egger sagt: „Wir werden diese große Auszeichnung selbstverständlich feiern. Das wird aber wohl noch ein paar Monate dauern. Wann und wie wir die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe begehen werden, müssen wir halt vorerst noch leider offen lassen.“ (mw)


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