Hongkonger Aktivist Wong muss vorerst nicht ins Gefängnis

Der prominente Hongkonger Aktivist Joshua Wong muss nach seiner vorübergehenden Festnahme in der vergangenen Woche vorerst nicht ins Gefängnis. Ein Hongkonger Gericht entschied am Mittwoch, dass Wong sowie ein weiterer Anhänger der Demokratiebewegung gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben dürfen. Die Verhandlung wurde auf den 18. Dezember vertagt. Wong darf laut der Auflagen bis dahin Hongkong nicht verlassen.

Der 23-Jährige ist eines der bekanntesten Gesichter der Hongkonger Demokratiebewegung. Er organisierte bereits als Teenager Proteste. Wong und andere Mitstreiter waren bereits vor drei Jahren im Zusammenhang mit den 2014 ausgebrochenen „Regenschirm-Protesten“ für mehr Demokratie zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Die Massendemonstrationen und Sitzblockaden legten damals für Tage das Zentrum der Stadt lahm. Im vergangenen Jahr brachen dann noch deutlich größere Proteste gegen den zunehmenden Einfluss Pekings aus, bei denen es immer wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten kam. China verabschiedete daraufhin Ende Juni ein umstrittenes Sicherheitsgesetz für Hongkong.

Wong hatte kurz vor seinem Gerichtstermin am Mittwoch vermutet, dass er in Haft muss. „Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass ich zu Gefängnis verurteilt werde“, schrieb Wong auf Twitter. Es handele sich um „politische Verfolgung“, so Wong.


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