Tiroler kehren Aserbaidschan vorerst den Rücken

Sibille Buchholzer-Juen mit Familie. Klappt alles, werden sie heute aus dem Krisengebiet Aserbaidschan in Tirol eintreffen.
© Juen

Baku – Seit Tagen liefern sich Armenien und Aserbaidschan schwere Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach. „In der Hauptstadt Baku läuft das Leben untertags normal weiter. Doch am Abend herrscht wegen des Kriegsrechts Ausgangssperre“, sagt die Paznaunerin Sibille Buchholzer-Juen.

Sie lebt seit Juli 2019 mit ihrem Mann, einem international gefragten Koch, und den zwei Kindern, vier und neun Jahre alt, in der Nähe der aserbaidschanischen Hauptstadt. „Zuerst kam Corona. Mein Mann und ich waren in leitender Position einer Luxushotelkette tätig, er für den kulinarischen Bereich, ich für alle acht Spas. Die Jobs gingen verloren. Doch wir hatten schnell neue Angebote. Dann kam der Krieg.“

Während der Corona-Zeit und auch jetzt, da sich der Konflikt zuspitzte, habe sich der österreichische Konsul, Wolfgang Marchardt, aktiv um die Auslandsösterreicher gekümmert. „Er hat uns immer kontaktiert und auf dem Laufenden gehalten. Jetzt hat er gesagt, wir könnten abreisen, solange es noch Flüge gibt, da der Flugverkehr dramatisch eingeschränkt wurde.“ Wenn alles klappt, wird die Familie am Sonntag in Wien-Schwechat landen und mit dem Zug nach Tirol fahren. „Sonst tritt Plan B in Kraft. Wir versuchen über Georgien zu fliegen.“

Buchholzer-Juen und ihr Mann haben 2017 in Kappl ein Haus gebaut. „Der Ofen ist schon warm, hat mir meine Familie versichert“, sagt sie lachend. Die Weltenbürger, die auch in Dubai gelebt haben, wollen in Tirol abwarten, wie sich die Lage entwickelt. „Wir sind nur mit Koffern unterwegs, wir gehen zurück, sobald sich die Lage beruhigt hat.“ (pla)

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