Pompeo wirft China Ausmerzung der Religionsfreiheit vor

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Verfolgung religiöser Minderheiten in China bei einer Konferenz mit Vatikan-Vertretern als besonders schlimm kritisiert. „Nirgendwo wird die Religionsfreiheit mehr angegriffen als in China“, sagte Pompeo am Mittwoch bei einer Konferenz, die von der US-Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom veranstaltet wurde.

Kurz vor dem Besuch des US-Politikers hatte der Vatikan seine Absicht unterstrichen, ein viel kritisiertes Abkommen mit China über Bischofsernennungen zu erneuern. Es trat 2018 in Kraft und lief zwei Jahre. Pompeo hatte den Vatikan dafür unlängst auf Twitter scharf angegriffen.

Der US-Außenminister warf der Kommunistischen Partei Chinas jetzt vor, „Tag und Nacht“ daran zu arbeiten, die Freiheit, besonders die Religionsfreiheit, auszumerzen. In der Übereinkunft des Vatikans mit Peking geht es im Kern um die Frage, wer Bischöfe in China ernennen darf. Die katholische Kirche dort ist gespalten in eine staatlich anerkannte Kirche und eine im Untergrund.

Nach ihrer Machtübernahme hatten die Kommunisten 1949 die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abgebrochen. 1951 wurde die „Katholische Patriotische Vereinigung“ gegründet. Gleichzeitig entstanden „Untergrundkirchen“, deren Anhänger seitdem von Peking verfolgt werden. Daran hat sich nach Berichten von Menschenrechtlern auch nach der Unterzeichnung des Abkommens nichts geändert. Pompeo will bei seiner Europareise nach Vatikan-Angaben am Donnerstag Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin treffen.

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