Tschechien und Slowakei planen Corona-Ausnahmezustand

Tschechien und die Slowakei wollen wegen des Anstiegs an Corona-Infektionen den Ausnahmezustand verhängen, um weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen zu können. Der Notstand sei notwendig, damit das Gesundheitssystem nicht überfordert werde, sagte der tschechische Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch im Parlament in Prag.

Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte am Dienstag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit 1.965 angegeben. Nach Spanien steigen die Werte damit in Tschechien europaweit am schnellsten. In der etwa halb so großen Slowakei waren es 567 Infektionen.

Die Verhängung des Ausnahmezustandes bedeutet zunächst nicht automatisch, dass die Regierung drakonische Schritte gehen wird. Es räumt ihr aber eine größere Freiheit ein, das öffentliche Leben und die Wirtschaft stärker einzuschränken. Prymula schlug vor, die Zahl der Teilnehmer bei öffentlichen Veranstaltungen in Tschechien draußen auf 20 und in Räumen auf zehn zu begrenzen. Ab Montag sollen weiterführende Schulen geschlossen bleiben. Auch die Universitäten blieben weiter im Online-Betrieb. Medizinstudenten sollten sich bereit halten, in Krankenhäusern zu helfen. Die neuen Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen in Kraft bleiben. Das Kabinett wollte sich noch am Mittwoch damit befassen.

Tschechische Geschäfte, Bars und Restaurants sowie Theater sollten nach Prymulas Worten geöffnet bleiben. Auch die Bewegungsfreiheit werde zunächst nicht eingeschränkt, so wie dies im Frühling der Fall gewesen sei. Konzerte blieben aber weiter verboten. Dem Minister zufolge sind derzeit 976 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern, 172 mehr als vor einem Monat. Derzeit gebe es noch ausreichend Intensivbetten, eine Ausweitung der Kapazitäten erfordere aber eine Reorganisation der Pflege und eine Verschiebung nicht dringlicher Fälle.

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In der Slowakei soll ab Donnerstag eine generelle Maskenpflicht herrschen, wenn zwei Meter Abstand nicht eingehalten werden können. Ausnahme gibt es für Personen, die im gleichen Haushalt wohnen, und für kleinere Kinder. Ministerpräsident Igor Matovic kündigte am Mittwoch an, dass nur mehr 50 Personen an Veranstaltungen teilnehmen dürften.


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