Festival „Dialoge“ der Stiftung Mozarteum findet statt

„Die Dialoge finden statt!“, so steht es groß im neuen Programm des Festivals „Dialoge“ der Stiftung Mozarteum in Salzburg geschrieben. Andreas Fladvad-Geier, Künstlerischer Leiter des Festivals, stellte am Mittwoch im neuen Konzertsaal in der Villa Vicina das Corona-konforme Programm vor, das immerhin über 30 Veranstaltungen beinhaltet und vom 20. bis 29. November in Salzburg stattfindet.

„Dass es das Festival überhaupt gibt, ist ein Zeichen der Präsenz der Stiftung, und ich freue mich sehr, dass es stattfinden kann. Uns hat nicht der Mut verlassen, aber trotzdem war die Planung eine Herausforderung“, so Fladvad-Geier. Not macht bekanntlich erfinderisch, und so hat das Team der Stiftung gekürzt und verlegt, um schließlich doch ein vollwertiges Festival auf die Beine zu stellen.

Um die Hygieneregeln einzuhalten, wurden das Eröffnungskonzert und das Konzert „Baroque meets Contemporary“ einfach in zwei Teile geteilt, die mit einer Karte besucht werden können. Zwischen den Teilen wird in einer einstündigen Pause gelüftet und desinfiziert. Auch programmatisch wurde auf diese Teilungen eingegangen. Im ersten Teil des Barockkonzertes am 23. November kommt ein Werk Georg Friedrich Haas‘ für Klangwerke mit Michi Gaigg zur Uraufführung, das der Komponist eigens für Gaigg umgearbeitet hat. Im zweiten Teil werden in Bachs Konzert in f-moll Marimbas anstelle der Cembali spielen und so eine Spannung zwischen Alter und Neuer Musik erzeugen. Und auch Mozarts Requiem, das traditionell am Ende des Festivals gespielt wird, wird es in einer neuen Bearbeitung für Kammermusikfassung geben, die Neue Musik mit den Fragmenten Mozarts mischt.

Für das Eröffnungskonzert hat sich die Stiftung erstmals mit der Universität Mozarteum zusammengeschlossen und eine „Nacht der Komponist*innen“ programmiert. „Es ist uns ganz wichtig, in diesen Zeiten an einem Strang zu ziehen und nicht mit Veranstaltungen zu konkurrieren. Wir wollen miteinander und nicht gegeneinander arbeiten“, so der Künstlerische Leiter.

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Am stärksten von Corona beeinflusst wurde die Reihe „Ortswechsel“, die beim letztjährigen Festival erfolgreich eingeführt wurde und dem Publikum Neue Musik an den ungewöhnlichsten Orten in der Stadt - wie etwa dem Salzburger Bahnhof oder einem Möbelhaus - präsentierte. Die Konzerte werden auch in diesem Jahr an ungewöhnlichen Orten stattfinden, allerdings nur online gezeigt, um eine unkontrollierte Ansammlung an Zuschauern zu vermeiden.

Um dies auch bei den an die 25 Veranstaltungen bei freiem Eintritt zu vermeiden, wird es in diesem Jahr dafür Zählkarten geben. Man möchte dadurch nach wie vor den Zugang niedrig und auch für neues Publikum offenhalten. Dazu gehören neben den Ortswechseln die Konzerte „Orgel zu Mittag und Nachmittag“ sowie die Meditationen, die nach dem Erfolg im vergangenen Jahr weitergeführt werden.

Am zweiten Wochenende wird Schweizer Musik einen großen Teil des Programms bestimmten. In Kooperation mit dem Marionettentheater und der Bayerischen Staatsoper München gibt es mit dem „Rattenfänger“ auch wieder Programm für die ganze Familie. Und als Highlight verspricht Fladvad-Geier ein eigens für das Festival zusammengestelltes Programm des City of Birmingham Symphony Orchestra, das auf der Tournee zu seinem 100. Jubiläum mit Dirigentin und Salzburgkennerin Mirga Grazinyte-Tyla am 22. November nach Salzburg kommt.

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