Bierofka: „Wir brauchen die Mentalität eines Staubsaugervertreters“

Wacker-Trainer Daniel Bierofka lehnt seine Match-Analyse gegen Lustenau (0:0) an die Philosophie des Fußball-Exzentrikers Christoph Daum an.

Oft probiert, vorerst nichts passiert: Noch fehlt Florian Jamnig die nötige Spielpraxis.
© gepa

Von Florian Madl

Innsbruck – Er ließ Spieler über glühende Kohlen und Scherben gehen, er ließ sie einen 35 Tonnen schweren Bus ziehen und beschwor damit den Teamgedanken. Doch Christoph Daum, deutsches Trainer-Original mit Kult-Charakter und Kokain-Vergangenheit, hatte auch Sprüche auf Lager, die nachfolgende Trainer-Generationen inspirierten (oder amüsierten). Eine davon: Ein Staubsaugervertreter müsse Geduld aufbringen, um seine Ware an der Haustür zu verkaufen. Aber irgendwann, beim fünften oder sechsten Mal, würde der Knoten platzen. Das führte auch Daniel Bierofka nach dem ernüchternden 0:0 gegen Austria Lustenau ins Rennen:

Denn weder 67 Prozent Ballbesitz noch eine Schuss­quote von 13:4 oder die numerische Überlegenheit ab Minute 64 reichte, um ins Tor zu treffen. „Ich kann meinem Team eigentlich sonst nichts vorwerfen“, schüttelte der 41-Jährige den Kopf. Die beste Abwehr der Liga, eine Vielzahl an Chancen – nur wollte es vorne nicht klappen.

Stichwort Flo Jamnig: „Für ihn ist jede Spielminute wichtig“, weiß Bierofka um die fehlende Spielpraxis nach dessen Saisonen beim LASK und in Altach.

Stichwort Ronivaldo: Chancen hatte der 31-Jährige gegen seinen Ex-Klub, doch wenn die Präzision stimmte, fand „Roni“ in Domenik Schierl seinen Meister. Bie­r­ofkas Fazit: „Er braucht ein dreckiges Tor.“

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Die Konsequenz läge den Worten des Bayern zufolge auf der Hand: „Wir dürfen nicht resignieren, sondern müssen es erzwingen.“ Am besten schon am Freitag in Amstetten, Schauplatz des nächsten Fernseh-Spiels.

Im Verein wurde zuletzt auch der späte Transferschluss (5. Oktober) diskutiert, allein – das 6,4-Millionen-Euro-Budget scheint ausgereizt. Bierofka: „Ali (Hörtnagl) meinte, wir hätten nur dann Spielraum, wenn einer den Verein verlässt.“ Danach sieht es nicht aus.

Entwarnung gibt es um Defensivmann Markus Wostry, der gegen Lustenau nach 31 Minuten vom Feld musste: Muskelfasereinriss im Adduktorenbereich, Rückkehr nach der Länderspielpause.


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