Mutmaßliches Mitglied der Taliban in Wels gefasst

In Wels soll ein mutmaßliches Mitglied der Taliban gefasst worden sein. Der 31-jährige Afghane sei am Dienstag von der Cobra festgenommen worden. Dem Asylwerber werde unter anderem Mitgliedschaft in der Terrororganisation, Verhetzung und Aufforderung zum Terrorismus vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte der APA die Festnahme, zu Details gab man sich aber bedeckt.

Der Mann, der 2012 einen Asylantrag gestellt und gelegentlich als Paketzusteller gearbeitet habe, soll im Internet salafistisches Gedankengut verbreitet und es dabei vor allem auf Frauen und Hindus abgesehen haben, hieß es in den Berichten. So habe er die Erschießung einer Frau, die ein Fußballstadion besucht hatte, gefordert. Bei einer anderen, die einen Koran verbrannt habe, soll er dazu aufgerufen haben sie zu köpfen und ihre Eingeweide auf der Straße zu verteilen.

Es sollen auch diverse Datenträger sichergestellt worden sein, die nun ausgewertet werden. Die Medienberichte stützen sich auf das Innenministerium. Dieses verwies am Donnerstag auf APA-Anfrage an die zuständige Staatsanwaltschaft Wels, die bestätigte, dass es entsprechende Ermittlungen gegen einen afghanischen Staatsbürger gebe und dieser festgenommen worden sei. Zu Details könne man aber aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen - auch nicht dazu, ob es um Tathandlungen in Österreich oder in Afghanistan gehe.

Der mutmaßliche Taliban-Anhänger hatte in den vergangenen Monaten eine breit gestreute Aktivität im Internet. Wie es aus dem Innenministerium hieß, war der Mann auf unterschiedlichsten Plattformen - von einschlägigen Youtube-Kanälen über Facebook bis hin zu für politische Inhalte wenig genutzten Apps wie Instagram und TikTok - unterwegs.

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Seine Identität verschleierte der afghanische Staatsbürger durch die Verwendung verschiedener Tarnnamen. Erst langwierige Ermittlungsarbeit des oberösterreichischen LVT mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung konnten hier die Fäden zusammenführen und die einzelnen Usernamen bei einer Person zusammenführen.

Der Mann sei vorerst noch nicht in die Justizanstalt überstellt worden, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sobald das geschehen sei, werde die Staatsanwaltschaft Wels einen Antrag auf Untersuchungshaft stellen. Das soll am Donnerstag oder Freitag erfolgen.


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