Entlaufene Schildkröten halten Osttiroler Behörde auf Trab

„Schildi“ und „Gelbi“ wurden an zwei Orten in Osttirol gefunden. „Schildi“ ist wieder zu Hause, „Gelbi“ wird wohl in den Zoo kommen.

Groß ist die Freude bei Barbara Müller, als Johannes Lukasser ihr ihren „Schildi“ zurückgibt.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Amlach, Strassen, Assling –„Langsam wie eine Schildkröte“ ist ein Vergleich, der nicht immer zutrifft. Wenn die gepanzerten Reptilien wollen, können sie nämlich ganz schön schnell sein. So wie zum Beispiel die Gelbwangen-Schmuckschildkröte (der Einfachheit halber „Gelbi“ genannt), die zurzeit im Wildpark Assling in Pflege ist. Einmal ins Gras gesetzt, streckt das männliche Tier zuerst langsam den Kopf aus dem Panzer, dann die Beine, und flitzt förmlich davon.

Doch zurück an den Anfang: Vor etwa einem Monat fanden deutsche Urlauber in Amlach eine europäische Landschildkröte. Einige Zeit später tauchte in Strassen eine herrenlose Gelbwangen-Schmuckschildkröte auf. Bezirkshauptmannschaft und Amtstierarzt wurden tätig, mit amtlichen Kundmachungen wurden die Besitzer der beiden Tiere gesucht.

Die Gelbwangen-Schildkröte wartet in Assling noch auf ihren Besitzer.
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Einstweilen fanden die Reptilien ein Zuhause im Wildpark Assling. Carmen und Johannes Lukasser nahmen die Findlinge auf, sie leisteten den Wildpark-Schildkröten Gesellschaft. Währenddessen suchte die Behörde nach den Eigentümern, und im Fall des Landschildkröten-Männchens wurde sie auch fündig. Barbara Müller hat ihr Haustier, genannt „Schildi“, schon vermisst. „Er ist Ende August aus dem Gehege in unserem Garten entwischt. Da gab es eine Lücke, und weg war er.“ Sobald Müller den Aushang im Gemeindeamt sah, meldete sie sich bei der BH Lienz.

Nun ist die Amlacherin überglücklich. „Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass Schildi überfahren worden sein könnte. Zum Glück haben wir ihn wieder.“ Vor zwei Tagen fand im Wildpark Assling die Übergabe statt. Nun ist Schildi wieder zu Hause, wo fünf Artgenossen auf ihn gewartet haben.

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Wie es mit „Gelbi“ weitergeht, ist noch ungewiss. Bis dato hat sich noch niemand für ihn interessiert. Und im Wildpark kann er auch nicht mehr lange bleiben. „Gelbwangen-Schmuckschildkröten brauchen viel Wärme, viel Platz und genug Wasser“, weiß Carmen Lukasser. Im Wildpark wäre es für „Gelbi“ zu kalt. „Wenn sich der Besitzer nicht bald meldet, kommt er in den Reptilienzoo nach Klagenfurt, wo er gut versorgt wird“, sagt die Tier-Expertin.

Für möglich halten die Lukassers auch, dass „Gelbi“ mit Absicht freigelassen worden ist. Diese Schildkröten sind als putzige Jungtiere beliebt für Aquarien. Doch wenn sie größer werden, passen sie oft nicht mehr in den Haushalt und werden ausgesetzt.


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