Cupra Formentor – Das Kap der schnellen Hoffnung

Seats Performance-Marke benennt ihren neuesten Leistungsträger nach einer Landspitze auf Mallorca – die TT fuhr ihn aber erstmals in München.

Der Formentor ist die Essenz der Marke Cupra. Der 310-PS-Bolide setzt auf emotionales Design und punktet beim puren Fahrerlebnis.
© Cupra

Von Stefan Pabeschitz

München – Vor weniger als drei Jahren wurde aus der Bezeichnung „topmotorisierte Seats“ eine eigene Marke. Jetzt präsentiert Cupra das erste völlig eigenständige Modell. Der Formentor schlägt im Boom-Segment der kompakten Crossover-SUV auf – ein fruchtbarer Boden für Generalisten, aber auch für Spezialisten. Zu Letzteren zählt der spanische Aufreger eindeutig, schon wegen seines expressiven Designs, aber auch dank seiner Performance-Ausrichtung. 310 PS und 400 Newtonmeter auf vier angetriebene Räder werden zum Marktstart geboten. Noch heuer folgt eine 150-PS-Einsteigerversion mit Vorderradantrieb, im ersten Quartal 2021 weitere Varianten mit Diesel und Benzinmotoren sowie mindestens ein Plug-in-Hybrid. Ein noch stärkerer Formentor, gerüchteweise mit 5-Zylinder-Turbo, lauert in den Startlöchern.

Natürlich steht das neue Marken-Flaggschiff auf der Volkswagen-Konzernplattform MQB. Der Radstand von 2,68 Metern beträgt etwas mehr als etwa bei Leon oder Golf, was auch dem Platzangebot im Innenraum zugutekommt. Der wurde schlau genutzt, der jüngste Cupra ist besonders fahrerkonzentriert aufgebaut. Immer wiederkehrendes Element im Cockpit ist das flache Hexagon, mit dem etwa Instrumentencluster und Belüftungselemente gestaltet sind. Trotz der im Fahrzeug tiefen Sitzposition liegt der Blick auf der langen, längs skulpturierten Haube, deren Linien Richtung Straße fließen – ein ansprechendes und gelungenes Stilelement.

„Cupra ist keine Marke, die sich nur erklären lässt, man muss sie selbst erfahren“, meint Wayne Griffiths, frischgebackener Vorstandsvorsitzender von Seat und Cupra. Ein Vorschlag, dem man gerne folgt. Das Lenkrad verdient sich Sonderlob für Design, Funktionalität und vor allem zwei Knöpfe: Start- und Cupra-Taste. Der Zweiliter-Vierzylinder ist im Normalbetrieb ein Tiefstapler, gibt sich in Performance und Sound durchaus zivilisiert. Dass die Maschine grundsätzlich auch gute Manieren hat, beweist sie schon im Audi S3, im Cupra kommt die Zurückhaltung nur einfach kesser verpackt. Handling und Reaktionsvermögen sind extrem punktgenau, der längere Radstand bringt aber zusätzlich Souveränität ein.

Den Cupra-Knopf am Volant zwei Sekunden lang gedrückt, schon ist der gleichnamige Modus an, der Motorsteuerung, Schaltfrequenzen, Allrad, Lenkung und ESC scharf stellt. In den Anzeigen macht der hitzige Katalane darum äußerst wenig Aufhebens, mehr als eine kleine Logo-Einblendung am Instrumentenschirm passiert nicht.

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Akustisch schon eher – der Formentor räuspert sich augenblicklich gehörig und auch wenn hier eindeutig keine Auspuffklappe, sondern nur ein Soundgenerator umgesprungen ist: Der Klang ist vielleicht nicht völlig authentisch, aber auch nicht übel. Dafür strafft der SUV-Crossover damit alle Muskeln und fällt auf Pedalkommando leichtfüßig in gestreckten Galopp. Dazu zirkelt er leidenschaftlich durch die Kurven und deutet die Kraftüberschüsse speziell mit karenziertem ESC sehr dynamisch, aber mit hohen Sicherheitsreserven an.

Mitte Oktober startet der 310 PS Formentor ab 50.990 Euro in den Markt, die Einstiegsvariante mit 150 PS dürfte etwas später für knapp über 30.000 Euro zu haben sein.


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