Der Reiz des Besonderen: Zweite Generation des Nissan Jukes

Der Nissan Juke hat’s gern schräg. Im TT-Dauertest zeigt sich die Neuauflage in Qualität und Technik aber von der ernsthaften Seite. Reizvoll von Anfang an.

Scharfe Kanten, außergewöhnlicher Auftritt: Nissan wollte am Erfolg des Juke nicht rütteln und entwickelte das Einzigartige weiter.
© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Wenn das Konzept stimmt, scheint die Idee charakterstarker Kompaktwagen bei der Käuferschaft auf fruchtbaren Boden zu treffen. Der Nissan Juke ist das beste Beispiel dafür: Der hochgelegte Viertürer mit ungewöhnlichen Proportionen polarisierte – verzückte aber mit seinem schrägen Wesen seit 2010 über eineinhalb Millionen Käufer. Betrachtet man die soeben vorgestellte zweite Generation, könnten es noch mehr werden. Denn eines darf vorweg beim ersten Kennenlernen gesagt werden: Selten fiel der Sprung zwischen erster und zweiter Generation so groß aus. Optisch blieb das Außergewöhnliche – der neue Juke ist wirklich hinreißend hübsch geworden. Feine Details, wie die LED-Rundscheinwerfer, paaren sich mit perfekten Proportionen. Passanten in der Innsbrucker Innenstadt konnten es sich jedenfalls nicht verkneifen, dem neuen TT-Dauertestwagen in strahlendem Vivid-Blue Blicke zuzuwerfen.

Dazu scheint das kompakte SUV in zweiter Generation innen enorm gewachsen. Ein Plus in der Länge von 7,5 Zentimetern, zehn Zentimeter mehr Radstand, knapp sechs Zentimeter mehr Knieraum im Fond und ein Kofferraumzuwachs auf 422 Liter lassen den Neuen wie ein Modell aus einer anderen Fahrzeugklasse wirken.

Nach äußerst bequemem Einstieg (hoch, kurze Türen) genießt man vorne auf gut geschnittenen Sitzen ein großzügiges Raumgefühl, im Fond können jetzt auch Erwachsene an Reisen samt Gepäck teilnehmen. Im Testwagen mit dabei: das „Bose Personal Space“-Audiosystem, das mit in den Kopfstützen integrierten Boxen für ein sehr integriertes Klangerlebnis sorgt.

Dazu orientiert sich der Provokateur bei der Gestaltung des Innenraums klar an der Premium-Liga. Materialien, Qualität und Design zählen zum Besten, was man in dieser Klasse erwarten darf – der nächste Qashqai lässt grüßen. Ideal zudem die Bedienbarkeit über den hoch mittig am Armaturenbrett angebrachten Acht-Zoll-Bildschirm, normale Tasten, Multifunktionslenkrad und große Rund­instrumente. Eine wirklich bedienungsfreundliche und stylische Kombination aus Tradition und Moderne. Nis­sans Multimedia-„Connect System“ ist auf dem letzten Stand und harmoniert perfekt mit Apple CarPlay und Android.

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Den Spaßmacher löst der Cross­over zuletzt beim Fahren ein. Der 117-PS-Turbobenziner schnurrt wie ein Kätzchen und ist hervorragend gedämmt. Eine Wohltat in diesem Segment. Schon auf den ersten tausend Kilometern entsteht so auch beim Fahren das Gefühl, in einer höheren Fahrzeugklasse zu sitzen, zumal die in der Ausstattung „Tekna“ serienmäßig (!) verbauten Assistenzsysteme auf Knopfdruck alle Stücke spielen. Der TT-Testverbrauch lag bei unserem Sechsgang-Schalter bislang bei 6,8 Litern. Wie das Besondere weiter im Alltag überzeugt, werden Tausende Testkilometer zeigen. Ab 19.600 Euro kann es jeder gleich selbst erfahren.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Benziner

Hubraum: 999 ccm

Drehmoment: 180 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 86 kW/117 PS

L/B/H: 4210/1983/1595 mm

Gewicht: 1257/1725 kg

Kofferraumvolumen: 422 – 1088 l

Tankinhalt: 46 l

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

0 – 100 km/h: 10,4 Sekunden

Verbrauch: 6,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Tekna) 26.900 Euro

CO2-Emission: 112 g/km


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