Zustimmung zur EU bleibt in Österreich trotz Corona hoch

Die anhaltende Corona-Pandemie hat aktuell nur geringe Auswirkungen auf die Zustimmung der Österreicher zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Diese halte sich im Zeitverlauf auf hohem Niveau, sieben von zehn Befragten wollten, dass Österreich EU-Mitglied bleibe, zeigt eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE).

„Nur 14 Prozent plädieren für einen Austritt aus der EU“, erklärte Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE. In der von 14. bis 29. September österreichweit durchgeführten Telefonumfrage sprechen sich 70 Prozent dafür aus, dass Österreich Mitglied der Europäischen Union bleibt. 16 Prozent antworteten mit „weiß nicht“ oder machten keine Angabe. In dieser Gruppe finden sich doppelt so viele Frauen als Männer (21 Prozent gegenüber 10 Prozent). Auch ein Viertel der jüngsten Befragten (16 bis 29 Jahre) und Personen mit Pflichtschulabschluss ist in dieser Frage unschlüssig.

Insgesamt 62 österreichweite ÖGfE-Befragungen seit Juni 1995 würden zeigen, dass die Befürworter der EU-Mitgliedschaft stets in der Mehrheit waren, teilte die Gesellschaft mit. Im Durchschnitt lag ihre Zahl bei rund 70 Prozent, was genau dem aktuellen Wert entspricht. Der Durchschnitt jener, die sich für den EU-Austritt aussprachen, lag bei 22 Prozent. Die höchste Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fand sich im November 1999 (82 Prozent), der stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 Prozent).

Zur Zeit des Lockdown in Österreich (März/April 2020) lag die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft bei 73 Prozent, der Anteil der Gegner bei 13 Prozent. Der Herbstbeginn zeigt einen leichten Rückgang der Befürwortung auf 70 Prozent, während der Austrittswunsch relativ konstant – bei 14 Prozent - liegt. „Die unmittelbare Zukunft ist mit viel Unsicherheit behaftet, aber entschiedene gemeinsame Antworten bei der wirtschaftlichen Hilfe vor Ort und der Beschaffung von Impfmitteln für alle Menschen in der Union, wären ein Quantensprung der Europäischen Zusammenarbeit und würden etwaigen Nationalisierungstendenzen schon im Vorhinein den Wind aus den Segeln nehmen“, betont Schmidt.

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