Dominic Thiem im French-Open-Achtelfinale

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem hat seine weiße Weste in Paris behalten: Der US-Open-Sieger besiegte am Freitag in der dritten French-Open-Runde dank starker Leistung den Weltranglisten-25. Casper Ruud aus Norwegen nach 2:15 Stunden mit 6:4,6:3,6:1. Er steht damit ohne Satzverlust im Achtelfinale des mit 38,41 Mio. Euro dotierten Grand-Slam-Turniers und hat inklusive New York den zehnten Sieg en suite in der Tasche.

Thiem trifft nun am Sonntag in seinem schon 14. Major-Achtelfinale voraussichtlich auf den Schweizer Triple-Grand-Slam-Sieger Stan Wawrinka, der gegen den französischen Wildcard-Mann Hugo Gaston haushoher Favorit war (derzeit im Gange, Wawrinka führt 6:2,1:3). Thiem hat bisher 189.000 Euro Preisgeld und 180 ATP-Zähler sicher. Gegen Wawrinka hat Thiem eine 1:3-Bilanz, gegen den unbekannten Außenseiter Gaston hat er noch nie gespielt. Das bisher letzte Duell Thiems gegen den 35-jährigen Eidgenossen hat Thiem zuletzt allerdings vor dreieinhalb Jahren 2017 im Viertelfinale von Indian Wells gehabt (4:6,6:4,6:7/2).

Thiem war nach seinem dritten glatten Sieg hochzufrieden. „Es war ein unglaublich gutes Match, finde ich, heute von beiden Spielern. Viele lange Rallyes, die Energie war gut heute, bis auf den Beginn“, erklärte Thiem auf dem Platz und im ORF-TV-Interview. Die Begründung für den etwas langsameren Start lieferte er gleich nach. „Es war auch das erste Mal, dass ich das erste Match um 11.00 gespielt habe“, so Thiem. Er sei deshalb um 07.00 Uhr aufgestanden: „Alles komplett dunkel, was ja normal nicht der Fall ist, wenn das Turnier im Mai ist. Das war ein bisserl komisch, aber so ab 3:2 im ersten (Satz) hat alles echt gut gepasst.“

Thiem lobte die perfekten Bedingungen mit dem geschlossenen Dach, auch der Platz sei in sehr gutem Zustand. Sein zuletzt ganz leicht angegriffener Nacken sei okay. „Grundsätzlich passt alles. Natürlich beginne ich die ganzen letzten Wochen ein bisserl zu spüren. Aber ich schwimme gleichzeitig noch immer auf der Welle und grundsätzlich sollte die Anspannung von dem Grand-Slam-Turnier sowieso so groß sein, dass alle etwaigen Wehwehchen oder was sonst aufkommt, eher erst nach dem Turnier zum Tragen kommen. Von dem her alles gut.“

Die kühlen Temperaturen im zweiten „Hallenmatch“ für Thiem bei dieser Roland-Garros-Auflage kamen eher ihm entgegen, so Thiem. „Für ihn ist es super, wenn der Ball sehr hoch abspringt. Da ist der Absprung doch eher flach, ich habe von Haus aus sehr viel Power in meinen Schlägen, das kommt mir da zugute.“

Thiem werde sich das Match Wawrinkas gegen Gaston anschauen, er rechnete aber mit dem Schweizer. „Er hat in den ersten zwei Runden richtig gut gespielt. Er ist gleichzeitig auch sicher einer der gefährlichsten Spieler im Raster, obwohl er mittlerweile 35 ist“, wusste Thiem. Wawrinka hat eines seiner drei Grand-Slam-Turniere 2015 in Roland Garros gewonnen.

Zuvor hatte Thiem im Match gegen Ruud zunächst Mühe mit seinen Aufschlag-Games. Der Außenseiter aus Norwegen schaffte das erste Break zum 3:1, Thiem gelang aber postwendend das Rebreak. Nach Abwehr von drei Breakbällen gelang Thiem das 3:3 und der Lichtenwörther nahm Ruud dann zu Null das Service zum 4:3 ab. Auch im achten Game musste Thiem einen Breakball abwehren, doch nach 47 Minuten machte Thiem aus einem 1:3 ein 5:3. Den ersten Satzball zum 6:3 bei Aufschlag Ruud vergab der Niederösterreicher noch, den insgesamt dritten zum 6:4 nach 58 Minuten nutzte er aber.

Das Ergebnis wirkte klarer als es war, doch Thiem nahm den Schwung gut mit. Er nutzte seine sechste Breakchance zum 1:0 und erhöhte mit seinem ersten Aufschlag-Game ohne Einstand auf 2:0. Diese Führung ließ sich der zuletzt zweifache Roland-Garros-Finalist nicht mehr nehmen. Thiem steigerte sein Service und schon bald hatte er die 2:0-Satzführung hergestellt. Im dritten Durchgang hatte Ruud keine Chance mehr. Nach Breaks zum 3:1 und 5:1 verwertete Thiem seinen zweiten Matchball mit dem fünften Ass zum Aufstieg.


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