Neuer Primar für besonders sensiblen Bereich am BKH Reutte gefunden

Seit 1. Oktober leitet Christian Kerle die Kinder- und Jugendabteilung am BKH Reutte. Er bringt neben fachlicher Kompetenz auch Teamgeist mit.

Christian Kerle leitet die Kinder- und Jugendabteilung am BKH Reutte – für den 42-Jährigen eine äußerst reizvolle Aufgabe.
© Kerle

Von Simone Tschol

Ehenbichl – In den letzten Jahren sorgten personelle Rochaden bzw. Abgänge an der Kinder- und Jugendabteilung des Bezirkskrankenhauses (BKH) Reutte immer wieder für Schlagzeilen. Im April 2018 verließen gleich drei Fachärzte die Abteilung. Das Leistungsprofil an der Ambulanz musste daraufhin stark eingeschränkt werden. Im März dieses Jahres warf dann der Chef selbst das Handtuch. Mitten in den Corona-Umwälzungen kündigte Primar Jörg Franke fristlos.

Jetzt soll die Kinder- und Jugendambulanz wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gelangen. Dafür zuständig: „Steuermann“ Christian Kerle. Er übernahm mit 1. Oktober die Leitung der Kinder- und Jugendabteilung am Außerferner Krankenhaus. Der neue Primar bringt viel Fachwissen und Erfahrung mit und legt, wie er selbst sagt, großen Wert auf einen feinfühligen, transparenten Umgang mit den jungen Patienten und deren Eltern sowie auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus.

Bevor Kerle die Stelle als neuer Primar am BKH Reutte antrat, war er als Oberarzt für Kinder- und Jugendheilkunde am Krankenhaus Dornbirn tätig. Regelmäßig arbeitete er außerdem in der Pädiatrie am BKH Zams. Warum es den 42-jährigen Familienvater ins Außerfern zog? „Eine Abteilung zu leiten, und noch dazu eine mit so einer Vielfältigkeit, wie es sie auf der Station und in der kinderärztlichen Ordination des BKH Reutte gibt, war für mich natürlich absolut reizvoll“, sagt Kerle.

Schon während des Medizinstudiums in Innsbruck hatte es die Kinder- und Jugendheilkunde dem gebürtigen Tiroler besonders angetan. Dennoch machte er vor der Spezialisierung zuerst seinen Turnus in Bregenz. „Ich wollte möglichst breit aufgestellt sein, ein wenig Allrounder werden“, erklärt der begeisterte Hobbysportler, der seit jeher sehr viel Wert auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit legt. Nach dem abgeschlossenen Turnus zum Allgemeinmediziner absolvierte er seine Facharzt­ausbildung in der Pädiatrie sowie eine Spezialausbildung in der Kindergastroenterologie. Erfahrungen sammelte er unter anderem auch an Krankenhäusern in Memmingen, St. Gallen und Feldkirch.

Sich selbst beschreibt Christian Kerle als „Team­player, der immer ein offenes Ohr für andere hat“. Als Primar sieht er im Teambuilding nun eine der wichtigsten Herausforderungen: „Es geht darum, gemeinsam ein Spielfeld zu entwickeln, in dem sich alle gut bewegen können“, sagt er. Zusammen mit seinem Team will er die Kinder- und Jugendheilkunde am BKH Reutte weiter vorantreiben und für junge Ärztinnen und Ärzte Anreize schaffen.

Seinen jungen PatientInnen tritt Kerle mit viel Feingefühl, Humor und auf Augenhöhe gegenüber. Mit seinem Zugang zur Medizin findet er sich in einem Zitat aus dem Film „Patch Adams“ wieder: „Wenn man eine Krankheit behandelt, gewinnt oder verliert man. Wenn man aber einen Menschen behandelt, gewinnt man immer, egal wie die Diagnose ausfällt.“ Den Eltern der zu behandelnden Kinder will er einen transparenten Umgang mit den medizinischen Abläufen ermöglichen.

Auch für Primar Eugen Ladner, Ärztlicher Direktor des BKH Reutte, ist der neue Kollege ein echter Gewinn: „Mit Christian Kerle haben wir jemanden gefunden, der nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sehr gut zu uns passt. Jetzt sind wir in dem besonders sensiblen Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde auch für die Zukunft optimal aufgestellt: bei der medizinischen Versorgung der Region genauso wie bei der Aus- und Weiterbildung junger Kollegen.“


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