Rapid in Europa League gegen Arsenal, LASK gegen Tottenham

Zwei der drei österreichischen Vertreter in der Fußball-Europa-League sind am Freitag prominente englische Gegner zugelost worden. Rapid bekommt es in Gruppe B mit Arsenal, Molde FK aus Norwegen und Irlands Meister Dundalk zu tun. Der LASK trifft in Pool J auf Tottenham, auf Bulgariens Meister Ludogorez Rasgrad und Royal Antwerpen. Der WAC nimmt es in Pool K mit ZSKA Moskau, Dinamo Zagreb und Feyenoord Rotterdam auf. Die Gruppenphase beginnt am 22. Oktober und endet am 10.12.

Rapid darf sich in der Fußball-Europa-League berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale machen. Die Hütteldorfer bekamen bei der Auslosung am Freitag in Nyon zwar mit Arsenal einen echten Kracher, dafür aber mit Molde und Dundalk zwei schlagbare Gegner. Die Top zwei jeder Gruppe schaffen den Aufstieg, den die Wiener in bisher sieben Anläufen zweimal (2015/16 und 2018/19) geschafft haben.

„Nach dem ersten Los habe ich mir gedacht, schlechter kann es jetzt nicht mehr werden, am Ende muss man sagen, dass es eine gute Gruppe für uns ist, über die wir uns nicht beschweren dürfen. Das heißt aber nicht, dass wir glauben, dass es für uns einfach wird“, sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer am Freitag in Wien. Arsenal sei der ganz große Favorit und von der Qualität her über die anderen Teams aus Pool B zu stellen. „Die zwei anderen Gegner sind machbar, wir werden uns da um Platz zwei matchen. Wir werden versuchen weiterzukommen, und das muss auch unser Ziel sein“, gab der Burgenländer die Marschroute vor.

Arsenal hat mit Rang acht eine verkorkste Saison in der Premier League hinter sich, holte sich dank des Triumphes im FA-Cup aber doch noch das internationale Ticket. Diese Saison sind die „Gunners“ nach drei Spielen Fünfter. „Wenn ich an das Emirates Stadium denke, dort aufzulaufen, da geht einem das Herz auf“, sagte Kühbauer voller Vorfreude. Mit Molde geht es gegen den vierfachen und regierenden norwegischen Meister. Der verpasste nur aufgrund der Auswärtstorregel im Duell mit Ferencvaros Budapest den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase. „Ich habe die Partie gesehen, sie haben keine schlechte Mannschaft“, warnte Kühbauer vor Molde.

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Die große Unbekannte ist mit Dundalk, der 14-malige irische Champion. „Es ist eine Mannschaft, die ich nicht so am Radar habe“, musste auch Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic eingestehen. Nach dem Out gegen Celje in der CL-Quali konnte man in der Europa-League-Quali die Hürden Inter Club d‘Escaldes, Sheriff Tiraspol und Klaksvik mit Mühe meistern.

Eine positive Nachricht gab es am Donnerstag hingegen von der UEFA, zumal in der Gruppenphase wieder Zuschauer zugelassen sind. Weniger erfreulich für die Hütteldorfer ist, dass die von der UEFA genehmigte Regelung von bis zu 30 Prozent der Stadionkapazität aufgrund der behördlichen Einschränkung von maximal 3.000 Fans in Österreich nicht erlaubt ist.

„Wir sind im Austausch mit der Politik und der Überzeugung, dass es wie es die UEFA oder Deutschland vormachen, mit einer prozentuellen Orientierung an der Kapazität viel sinnvoller ist. Über den Kamm zu scheren mit 3.000, ist für uns unzweckmäßig“, schilderte Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek seine Sicht. Mehr als die Hälfte des Rapid-Budgets sei Spieltags-bezogen. „Der wirtschaftliche Schaden ist enorm und liegt bei der aktuellen Regelung auf jeden Fall im zweistelligen Millionenbereich“, so Peschek.

Dominik Thalhammer darf sich derweil in der Europa League mit einem prominenten Trainerkollegen messen. Die Auslosung der Gruppenphase bescherte dem LASK am Freitag mit Tottenham samt Star-Coach Jose Mourinho den erhofften namhaften Gegner. Der Großclub aus Nordlondon stand im Vorjahr im Finale der Champions League und darf als Favorit auf einen der beiden Aufstiegsplätze betrachtet werden. Als weitere Kontrahenten der Linzer in Gruppe J zog Italiens Ex-Internationaler Ciro Ferrara Ludogorez Rasgrad und Royal Antwerpen aus Belgien aus den Töpfen.

Ludogorez stieg als Verlierer in der zweiten Quali-Runde der Champions League in die Europa League um. Antwerpen erreichte in Belgiens Oberhaus in der abgelaufenen Saison Platz vier, den Fixplatz für die Europa League gab es durch den Sieg im belgischen Cup. Die Gruppenphase beginnt in drei Wochen am 22. Oktober und endet am 10. Dezember.

„Mit Tottenham haben wir eine absolute Spitzen-Mannschaft gezogen, die mit Jose Mourinho einen Trainer hat, der für viel Innovation im Fußball gesorgt hat und große Erfolge vorweisen kann“, sagte Thalhammer in einer ersten Reaktion. Der Portugiese habe ihn „inspiriert“, so der Oberösterreicher. Er hatte sich schon bei seinem Debüt als Chefcoach der Linzer im Achtelfinale der Europa League mit Manchester United messen dürfen. Nun geht es für die Athletiker nach London. Dass weiter keine Auswärtsfans zugelassen sein werden, bleibt ein Wermutstropfen.

Neben Tottenhams „Strahlkraft“ sah Thalhammer die übrigen Gegner auf Augenhöhe. „Es wird eine große Herausforderung für uns - eine Herausforderung, auf die wir uns sehr freuen“, meinte er mit Blick auf den Herbst.

Auf den WAC warten ZSKA Moskau, Dinamo Zagreb und Feyenoord Rotterdam. Trainer Ferdinand Feldhofer reagierte weitgehend zufrieden auf das Los. „Der ganz große Name fehlt, aber wir reden von drei Traditionsvereinen in Europa“, sagte der Steirer auf Puls 24. Bei seiner Europa-League-Premiere holte der WAC im Vorjahr einen Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach und zwei Unentschieden gegen AS Roma, schied dann aber dennoch als Gruppenletzter aus.

Diesmal soll laut Feldhofer noch mehr herausschauen. „Es ist sicher eine interessante Gruppe. Wir wollen wieder für Überraschungen sorgen. Wir werden unser Bestes geben und voll auf Angriff spielen, dann schauen wir, was herauskommt“, erklärte der Coach.


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