„Kraftwerk hier so fehl am Platz wie Photovoltaikanlage am Goldenen Dachl“

Mit Transparenten forderten Umweltschützer gestern den Stopp des Kraftwerksbaus an der Ötztaler Ache.
© Reichle

Umhausen – Die Menschenkette war mehrere hundert Meter lang. Von der Baustelle an der Ötztaler Ache reichte sie weit in die Felder zurück. Mit Transparenten, Paddeln und Kajaks demonstrierten Umweltschützer gestern gegen das Kraftwerk Tumpen-Habichen. „Wir werden nicht kampflos aufgeben“, begründete WWF-Gewässerexpertin Marianne Götsch, warum sie trotz Regens gekommen waren. Sie sei hier, „um gegen den riesigen Eingriff in die Natur zu demonstrieren“, wie eine Teilnehmerin erklärte.

Das Kraftwerk, das gemeinsam von Tiwag, der Auer Beteiligungs GmbH und den Gemeinden errichtet wird, soll 2022 in Betrieb gehen. „Ein kleines Projekt würde hier für große ökologische Schäden sorgen“, betonte Gabriel Singer von der Universität Innsbruck und sprach von einem einzigartigen Gletscherfluss. „Das Kraftwerk ist hier so fehl am Platz wie eine Photovoltaikanlage am Goldenen Dachl“, so Götsch.

„Ich habe es aus der Ferne verfolgt“, betonte der Umhauser Bürgermeister Jakob Wolf auf die Demo angesprochen. Er verwies auf die positiven Baubescheide für das Kraftwerk. Die Umsetzung laufe problemlos. (mr)


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