Viele Tote nach Explosion einer Autobombe in Afghanistan

Mindestens 15 Menschen sind bei der Explosion einer Autobombe in Afghanistan gestorben. Das teilte ein Sprecher der östlichen Provinz Nangarhar am Samstag mit. Mindestens 42 Menschen wurden demnach verletzt, einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Bei den meisten Opfern handle es sich um Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, sagte der Sprecher. Einige Angreifer seien getötet worden, bevor sie auf das Gelände eines Bezirksgebäudes stürmen konnten.

In der Provinz Nangarhar sind sowohl die Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Zunächst hatte sich keine Gruppe zu dem Vorfall bekannt.

Ein Sprecher des Innenministeriums machte die radikal-islamischen Taliban verantwortlich. Diese hätten zuletzt Hunderte Angriffe an anderen Orten ausgeführt. In den vergangenen zwei Wochen seien mindestens 210 Zivilisten bei mindestens 650 Taliban-Attacken getötet oder verletzt wurden. Nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan starben im ersten Halbjahr 2020 rund 1280 Zivilisten, mehr als 2100 wurden demnach verletzt.

Afghanische Regierung und Taliban verhandeln seit Mitte September in Katar. Die Hoffnungen sind groß, dass die direkten Gespräche Afghanistan nach fast 20 Jahren Bürgerkrieg Frieden bringen. Allerdings liegen beide Seiten selbst in grundlegenden Fragen weit auseinander, etwa bei Frauenrechten, die die Taliban während ihrer Herrschaft bis 2001 weitgehend unterbunden hatten.

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