Friedensabkommen zwischen Sudans Regierung und Rebellen

Nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens wollen Sudans Übergangsregierung und mehrere Rebellengruppen einen Schlussstrich unter ihre jahrelangen Kämpfe ziehen. Das Abkommen, auf das sie sich im Kern bereits Ende August geeinigt hatten, unterschrieben beide Seiten am Samstag in Juba, der Hauptstadt des Südsudan. Es gilt als Meilenstein beim demokratischen und wirtschaftlichen Wandel im Sudan, auch wenn dem Abkommen nicht alle Rebellengruppen beigetreten sind.

Die Konfliktparteien, die unter Vermittlung des Nachbarlands Südsudan verhandelt hatten, einigten sich unter anderem auf eine Machtteilung, die Rückkehr von Geflüchteten und Landrechte. „Damit hat der Sudan nach der friedlichen Revolution im letzten Jahr einen weiteren entscheidenden Schritt hin zu Frieden und Versöhnung geschafft“, meinte der deutsche Außenminister Heiko Maas und betonte: „Der Wandel in Sudan ist wichtig für die Region, für die Zukunft des Landes ist er grundlegend.“ Auch der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Josep Borrell, äußerte sich zuversichtlich.

Die Unterzeichnung sei „eine historische Leistung, die den Weg für einen umfassenden Frieden in Sudan bereitet“. Er ermahnte alle Beteiligten zur Einhaltung der Beschlüsse: Sie müssten das Abkommen nun „im Geiste der Zusammenarbeit zum Nutzen des sudanesischen Volkes“ umsetzen. Weitere Gruppen sollten sich anschließen, forderte Borrell ebenso wie auch Maas. Die EU werde den politischen und wirtschaftlichen Wandel des afrikanischen Landes weiter unterstützen.

Die Konflikte in Darfur sowie in den Provinzen Südkordofan und Blauer Nil prägten die lange Amtszeit des autokratischen Präsidenten Omar al-Bashir, der 2019 gestürzt wurde.

In Darfur brachen 2003 Kämpfe zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung von Al-Bashir aus. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Janjawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor, Schätzungen zufolge wurden 300.000 Menschen getötet. Noch immer sind rund 1,6 Millionen Menschen laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk auf der Flucht.


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