Rapid wies „im Kopf nicht frischen“ LASK in die Schranken

Rapid hat sein Standing als erster Verfolger von Titelverteidiger Salzburg am Sonntag untermauert. Die Hütteldorfer fuhren im Allianz Stadion gegen den LASK im Schlager der 4. Liga-Runde einen klaren 3:0-Heimsieg ein. Die Linzer blieben drei Tage nach dem Fußball-Europa-League-Aufstieg bei Sporting Lissabon und ohne Kapitän Gernot Trauner vieles schuldig. Bei beiden Teams wurde der letzte Tag der Transferzeit - der Montag - mit Spannung erwartet.

Im Rapid-Lager hoffte man, die am Sonntag erfolgreiche Startelf halten zu können. Allen voran um die beiden Offensivstützen Taxiarchis Fountas und Thomas Murg gab es zuletzt viele Wechselgerüchte. Murg soll ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien vorliegen haben. Den Verein hat dieses bisher nicht zufriedengestellt. „So kurz vor Schluss werden wir das nicht annehmen, wenn der Preis nicht passt. Ich würde sagen, dass der Rollbalken geschlossen ist“, sagte Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic gegenüber Sky.

Für Dietmar Kühbauer hört sich das gut an. Weitere Abgänge nach Kapitän Stefan Schwab wären angesichts des intensiven Herbstes mit sechs Partien in der Europa League ein herber Rückschlag. „Für die Mannschaft wäre das eine ganz schlimme Geschichte, fatal wäre das richtige Wort, aber fast noch zu wenig“, meinte der Rapid-Coach. Die Linzer haben diese Sorge nicht und wollen ihren Kader noch verstärken. „Es ist schon das erklärte Ziel im offensiven Bereich noch einen Spieler dazuzubekommen“, verriet LASK-Trainer Dominik Thalhammer.

In Wien war die zuvor international mit 11 Toren in zwei Quali-Spielen beeindruckende LASK-Offensive quasi nicht vorhanden. Hinzu kamen Schnitzer in der Abwehr. Philipp Wiesinger patzte vor den ersten beiden Gegentoren von Murg (7.) und Fountas (22.), verschätzte sich bei langen Bällen. „Zwei lange Bälle, zwei Tore - dann waren wir nicht mehr in der Lage, zurückzukommen, ich denke auch aufgrund der Strapazen und der Intensitäten der letzten Wochen“, analysierte Thalhammer.

Auf Rotation zu verzichten, war wohl nicht die beste Entscheidung. Zudem darf das Experiment, Wiesinger als Abwehrchef in die Mitte zu ziehen, als gescheitert bezeichnet werden. Thalhammer hatte wie schon beim 3:1 gegen den WAC am Spieltag improvisieren müssen. Erst nach dem Mittagessen war klar gewesen, dass Trauner wegen eines Magen-Darm-Virus nicht spielen kann. „Trauner ist extrem kopfballstark und hat natürlich stark gefehlt. Das soll aber keine Ausrede sein“, verlautete der LASK-Coach.

Ohne ihn fehlte hinten die Stabilität und vorne die Torgefahr bei Standardsituationen. Der ins Team gerückte Christian Ramsebner konnte nicht dafür sorgen und wurde nach einer Brutalo-Attacke gegen Fountas (66.) ausgeschlossen. „Unter dem Strich war es zu wenig, um Punkte mitzunehmen. So ein Tag kann einmal passieren, wo man nicht so frisch im Kopf ist“, meinte Ramsebner.

Kühbauer gab zu, dass seinem Team das Fehlen von „LASK-Stabilisator“ Trauner in die Karten gespielt habe. „Da braucht man nicht darüber reden. Ich will die Leistung meiner Mannschaft aber nicht schmälern“, so der 49-Jährige. Für ihn war es eines der besten Spiele seiner Amtszeit. „Der LASK ist ungemein schwierig zu bespielen und wir haben sie eigentlich das ganze Spiel in die Schranken gewiesen“, resümierte ein sehr zufriedener Rapid-Trainer.

Ein wichtiges Puzzle-Stück war Stürmer Ercan Kara, der keinen Zweikampf scheute, viele Freistöße herausholte und sich mit dem 3:0 in der Nachspielzeit belohnte. „Ich tue mir schwer, Spieler zu loben, aber ich glaube, wie sich Erci entwickelt hat, seit er von Horn gekommen ist, das tut fast weh, im positiven Sinn“, sagte Kühbauer.

Bei besserer Chancenauswertung wäre ein noch höherer Sieg seiner frischeren, zweikampfstärkeren und spielfreudigeren Elf möglich gewesen. „Das ist aber gut so, dass es dazu nicht gekommen ist, weil sonst würde man gleich wieder von Dingen reden, die ich nicht so gerne habe“, erläuterte der Burgenländer. Die Euphorie ist aber auch so groß.

Mit 10 Punkten aus vier Spielen gehen die Wiener ungeschlagen und nur zwei Zähler hinter den makellosen „Bullen“ in die Länderspielpause. „Wenn wir zehn Punkte gesagt hätten, hätten wir es genommen. Ich bin aber mehr erfreut über die Art und Weise, wie wir es geschafft haben, diese zehn Punkte zu erringen“, sagte Kühbauer. Der LASK folgt nach der ersten Niederlage drei Zähler dahinter als Fünfter. In der 5. Runde empfangen die Athletiker den Dritten St. Pölten, da soll wie Trauner auch der wegen Adduktorenproblemen in Wien fehlende ÖFB-Teamtormann Alexander Schlager wieder eine tragende Rolle spielen. Dessen 20-jähriger Ersatzmann Tobias Lawal machte seine Sache beim Ligadebüt sehr gut, trotzdem wird er in Zukunft wieder bei den Juniors OÖ in der 2. Liga Spielpraxis sammeln.


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