Neue Arbeitsgruppe zur Gedenkkultur in Innsbruck eingesetzt

Innsbruck – In der laufenden Debatte über die Gedenk- und Erinnerungskultur in Innsbruck – und über den Umgang mit dem Nationalsozialismu­s – hat der Kulturausschuss der Stadt Innsbruck nun beschlossen, eine Facharbeitsgruppe einzusetzen. Vorangegangen waren intensive mehrstündige Beratungen, an denen auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg (IKG), Günther Lieder, teilnahm.

Die Arbeitsgruppe soll klären, ob, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen die Stadt Innsbruck privaten Personen und Initiativen die Errichtung von Gedenkzeichen wie „Stolpersteinen“ auf öffentlichem Grund gestatten soll (die TT berichtete mehrfach). Zu bedenken sei dabei, „dass man in einer Demokratie anderen Personen/Gruppen nicht verwehren kann, was man einer Person/Gruppe einmal erlaubt hat“, heißt es dazu in einer städtischen Aussendung.

Auch die Frage der Zuständigkeit für die Pflege von privat errichteten Gedenkzeichen auf öffentlichem Grund sei zu klären. Weiters soll sich die Arbeitsgruppe damit beschäftigen, in welcher Form die Stadt dezentrale Zeichen (z. B. an Wohnhäusern von NS-Opfern) setzen und/oder ein zentrales Mahnmal mit allen bekannten Namen von Innsbruckern, die vom NS-Regime vertrieben, gequält oder umgebracht wurden, einrichten kann.

Der Arbeitsgruppe unter Federführung von Stadtarchiv-Leiter Lukas Morscher werden IKG-Präsident Lieder, Fachleute aus dem Bereich Zeitgeschichte und von Seiten der Politik Kulturausschuss-Vorsitzende GR Irene Heisz (SPÖ) und Ausschuss-Mitglied GR Dejan Lukovic (Grüne) angehören. Man wolle sich Zeit nehmen, um „alle Facetten zu beleuchten“ und eine „würdevolle, tragfähige Lösung zu erarbeiten“, betont Heisz. (TT)

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