Tiroler dürfen nicht rein: Aufregung um Aushang bei Priener Hütte in Bayern

Eine bayerische Almhütte sperrt Tiroler Gäste aus. Grund ist die Quarantäne-Regel auf deutscher Seite. „Uns drohen Bußgelder von bis zu 5000 Euro“, sieht sich der Hüttenwirt zum Zutrittsverbot gezwungen.

Auf der Priener Hütte (Bayern) haben Tiroler derzeit Zutrittsverbot.
© Buttler

Aschau, Kufstein – „Leider kein Zutritt für Gäste aus Tirol.“ Diese Lettern prangen an der Tür zur Priener Hütte in der deutschen Gemeinde Aschau, nur wenige Kilometer von der tirolerisch-bayerischen Grenze entfernt. Ein Foto des Hinweises landete gestern im Internet und sorgte für eine Welle der Entrüstung. Doch Hüttenwirt Andreas Buttler versichert: „Wir haben um Gottes willen nichts gegen Tiroler!“

Es handle sich bei dem bewusst scharf formulierten Hinweis um eine Notlösung als Reaktion auf die Einstufung Tirols als Risikogebiet, erklärt er im Gespräch mit der TT. „Wir dürfen Gäste aus Tirol nicht beherbergen. Es geht nicht nur um die Sicherheit von Gästen und Mitarbeitern, sondern um deutsches Gesetz.“

Wer aktuell von Tirol nach Deutschland reist, braucht, wie berichtet, gute Gründe samt negativem Test oder 14-tägiger Quarantäne. Die beliebte Zwei-Stunden-Wanderung von Walchsee zur Priener Hütte, südwestlich des Geigelsteins, ist damit nicht möglich. Eine 48-Stunden-Regelung, wie sie für deutsche Gäste in Tirol gilt, gibt es nicht. „Uns drohen Bußgelder von bis zu 5000 Euro“, sieht sich Buttler zum Zutrittsverbot gezwungen. „Wir sind eine Berghütte und haben keine eigene Rechtsabteilung. Daher gehen wir den sicheren Weg.“ (jazz)

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