Irland verschärft landesweit Corona-Maßnahmen

Angesichts einer zweiten Corona-Infektionswelle hat die irische Regierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wieder verschärft. Landesweit dürften Restaurants und Pubs ab sofort keine Gäste mehr in Innenräumen bedienen, sagte Premierminister Micheal Martin am Montag in einer Fernsehansprache. Bereits geplante Veranstaltungen würden abgesagt. Zudem seien die Bürger aufgerufen, keine Inlandsreisen zu unternehmen.

Angestellte sollten nur dann nicht von zu Hause arbeiten, wenn sie am Arbeitsplatz dringend benötigt würden, sagte Martin. Auch Gottesdienste müssten wieder online stattfinden.

„Die jüngsten Entwicklungen in den meisten Teilen des Landes sind sehr besorgniserregend“, sagte der Regierungschef. „Wenn wir diese Entwicklungen nicht umkehren, wird das ernste Folgen haben - daran besteht kein Zweifel.“

In der Hauptstadt Dublin und der Grafschaft Donegal im Nordwesten der kleinen Republik galten die schärferen Beschränkungen bereits zuvor. Eine Expertenkommission hatte der Regierung am Sonntag empfohlen, wegen des rapiden Wiederanstiegs bei den Neuinfektionen einen zweiten landesweiten Lockdown zu verhängen. Dies habe die Regierung mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen abgelehnt, sagte Martin.

Im April hatte Irland mit durchschnittlich 77 Corona-Toten pro Tag einen Höchststand erreicht. Derzeit ist die Zahl der Todesopfer niedrig, doch nehmen die Infektionsfälle wieder deutlich zu. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium einen Anstieg von 518 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.


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