Innsbrucker Theater Melone will mehr Mut zur Wut

Das Theater Melone erforscht die geheimnisvolle Welt eines Gefühls.

Julie Kieffer und Jean Bermes in „Nur Wut“.
© Fridolin Alex. Schuster

Innsbruck – Julie (Julie Kieffer) kann schon wegen Kleinigkeiten aus der Haut fahren. Erregt sie eine Zeit lang nichts, treibt sie diese Energie zu Höchstleistungen an. Jean (Jean Bermes) hingegen ist rekordverdächtig gelassen und werkelt ziellos vor sich hin. Was Julies Zorn entzündet.

Und im Stück „Nur Wut“ – die aktuelle Theater-Melone-Produktion im Innsbrucker Brux – die Frage aufwirft, was es mit der Wut eigentlich auf sich hat. Nachgegangen wird der Frage hochmusikalisch. Schließlich kann auch Musik Ventil sein für aufgestaute Energie. Mit Klavier und Geige, Getrommel und Gesang machen Kieffer und Bermes angeleitet von Autor und Regisseur Florian Hackspiel geheimnisvolle Gefühlsregungen greifbar. Kurzweilig geht es 50 Minuten lang drunter und drüber. Bühnenbildner Thomas K. Mörschbacher hat griffige Erregungsrequisiten dafür gebaut, vornehmlich aus Pack- und Knüllpapier. Gelegentliche Videoprojektionen (Krischan Kriesten) unterstreichen die Lektion des Stücks für Kinder ab 6 Jahren: Wut allein ist keine Lösung, aber ganz ohne Zorn wäre die Welt ziemlich langweilig. Und das Theater sowieso. (jole)

Nur Wut. Bis 11. Oktober. Nächste Vorstellung: 9. Oktober, 15 Uhr.
www.brux.at

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