Drastische Corona-Maßnahmen in Italien und Irland

Italien und Irland haben aufgrund der jüngsten Zunahme von Corona-Infektionen drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung erlassen. Während auf der „grünen“ Insel ab sofort in Pubs und Restaurants nicht mehr in Innenräumen bedient werden darf und Gottesdienste erneut nur online stattfinden, führt das Land „am Stiefel“ nun eine nationale Maskenpflicht auch im Freien ein. Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation warnt indes vor steigender Corona-Müdigkeit.

Die irische Regierung hat zwar - mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen - den von einer Expertenkommission angeregten zweiten Lockdown abgelehnt, die neuen Regelungen entsprechen aber de facto einem solchen: Landesweit dürften Restaurants und Pubs ab sofort keine Gäste mehr in Innenräumen bedienen. Bereits geplante Veranstaltungen würden abgesagt, teilte Premierminister Micheal Martin mit.

Angestellte sollten nur dann nicht von zu Hause arbeiten, wenn sie am Arbeitsplatz dringend benötigt würden, sagte Martin. Auch Gottesdienste müssten wieder online stattfinden. Zudem seien die Bürger aufgerufen, keine Inlandsreisen zu unternehmen.

„Die jüngsten Entwicklungen in den meisten Teilen des Landes sind sehr besorgniserregend“, sagte der Regierungschef. „Wenn wir diese Entwicklungen nicht umkehren, wird das ernste Folgen haben - daran besteht kein Zweifel.“

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Italien wiederum will voraussichtlich am Dienstagabend die Verordnung zum verpflichtenden Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes überall und zu jeder Zeit verabschieden. Bisher müssen die Schutzmasken hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Geschäften und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Die Regierung will die Kontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht verschärfen. Hinzu sollen die Sicherheitskräfte darauf achten, dass es zu keinen Menschenansammlungen kommt.

Unterdessen hat sich das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einer Warnung vor wachsender Corona-Müdigkeit zu Wort gemeldet. Mehrere Länder Europas berichteten davon, dass die Menschen von der Pandemie allmählich genug hätten, teilte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag in Kopenhagen mit.

In den acht Monaten seit der Ankunft des Virus in der Region hätten die Bürger riesige Opfer zur Eindämmung von Corona gebracht. Das gehe einher mit außergewöhnlichen Umständen, „die uns alle erschöpft haben, unabhängig davon, wo wir leben und was wir tun“, erklärte Kluge. Unter solchen Bedingungen sei es ganz natürlich, dass man sich demotiviert fühle und eine gewisse Müdigkeit verspüre. Dennoch glaube er, dass es möglich sei, die Bemühungen gegen die Herausforderungen wiederzubeleben, die Covid-19 mit sich bringe.


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